Der Kälteeinbruch in den USA trifft die Menschen hart. Doch er hat auch schöne Seiten, wie diese Seifenblase. Mehr sehen Sie in unserer Bildergalerie. Foto: The Free Press

Im Mittleren Westen der USA wurden Temperaturen von minus 40 Grad Cesius erreicht. Grund dafür ist ein Polarwirbel, der sich ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet hat.

Stuttgart / Offenbach - Der nationale Wetterdienst warnte vor „lebensbedrohlichen Bedingungen“: Im Mittleren Westen der USA wurden in der Nacht zum Donnerstag Temperaturen von minus 40 Grad Celsius erreicht. Chicago, am Michigan-See im Norden der USA gelegen, stand im Zentrum der großen Kälte. Vielerorts erreichten die Thermometer neue Minusrekorde.

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Schuld daran ist ein Polarwirbel. Diese Luftströmung ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eigentlich gar nicht ungewöhnlich. Denn der Wirbel entsteht regelmäßig am Pol, wenn im Winter keine Sonne durch die arktische Dauernacht dringt, die die angesammelte Kaltluft wärmen könnte. Das dabei entstehende sogenannte Höhentief kann auf der Nordhalbkugel kräftige westliche Winde erzeugen und wird Polarwirbel genannt.

Polarwirbel hat sich ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet

Doch während der Polarwirbel normalerweise stabil mit seinem Zentrum über der Arktis bleibt, hat er sich nun ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet. Arktische Temperaturen herrschen daher auch in Teilen Kanadas und des Mittleren Westens. Starker Wind lässt die gefühlte Temperatur noch kälter als ohnehin erscheinen.

Zur Verbreitung des Polarwirbels tragen nach Angaben von DWD-Sprecher Gerhard Lux auch die geografischen Gegebenheiten Nordamerikas bei: Die von Norden nach Süden verlaufenden Rocky Mountains bilden eine Flanke, während etwa skandinavische Kaltfronten in den norwegischen Bergen abgebremst werden und der Golfstrom zudem für eine relativ milde Nordsee sorgt. Nach Süden sorgen dann wiederum die Alpen für eine Kaltluft-Bremse in den Mittelmeerraum. „Der Polarwirbel ist eigentlich ganz normal“, sagte Lux. „Aber diesmal scheint er sehr direkt zu sein - und sehr kalt.“

In unserer Bildergalerie finden Sie weitere Bilder des Extremwetters. Sie zeigen: Die Kälte hat auch schöne Seiten.

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