Im Streit um das Kältemittel R1234yf greift der US-Hersteller Honeywell das Kraftfahrtbundesamt (KBA) scharf an. Der Konzern kritisiert, dass die Behörde das Kältemittel unter unüblichen Bedingungen getestet habe. In einem Versuch hatte die Substanz wie zuvor bei Daimler Feuer gefangen. Foto: dpa

Im Streit um das Kältemittel R1234yf greift der US-Hersteller Honeywell das Kraftfahrtbundesamt (KBA) scharf an. Der Konzern kritisiert, dass die Behörde das Kältemittel unter unüblichen Bedingungen getestet habe. In einem Versuch hatte die Substanz wie zuvor bei Daimler Feuer gefangen.

Frankfurt/Main - Im Streit um das Kältemittel R1234yf greift der US-Hersteller Honeywell das Kraftfahrtbundesamt (KBA) scharf an und wirft der Behörde gezinkte Tests vor. Das geht aus einem Brief von Honeywell-Manager Kenneth Gayer an KBA-Chef Ekhard Zinke hervor, der der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag vorlag. Darin kritisiert der Konzern, dass die Behörde das Kältemittel unter unüblichen Bedingungen getestet habe. In einem der Versuche hatte die Substanz wie zuvor beim Autobauer Daimler Feuer gefangen. Daimler boykottiert das Kältemittel, weil es in eigenen Tests in Flammen aufgegangen war. Damit verstoßen die Schwaben jedoch gegen EU-Recht. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Tests „mit Blick auf ein erwartetes Resultat entwickelt, durchgeführt und im Verlauf der Testreihen solange angepasst wurden, bis das gewünschte Ergebnis endlich erzielt wurde“, schreibt der Honeywell-Manager. Das Mittel hatte sich erst entzündet, als die Tester das Mittel gezielt ausströmen ließen. Damit sollte simuliert werden, welche Folgen zum Beispiel ein heftigerer Aufprall haben könnte. Das KBA wollte den Honeywell-Brief zunächst nicht kommentieren. Die Behörde hatte die Ergebnisse vor zwei Wochen veröffentlicht und zur EU-Kommission nach Brüssel geschickt.

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