Sorgt für Ärger bei einigen Kunden: KabelBW Foto: dpa

Kunden des Netzbetreibers Kabel BW klagen über Störungen ihrer Internetanschlüsse. Die Ursache dafür kann Kälte sein, die das empfindliche Netz stört.

Stuttgart - Wenn es um erhitzte Gemüter geht, wirkt das Internet oft wie ein Brandbeschleuniger: Auf der Webseite www.allestörungen.de schimpfen Facebook- und Twitter-Nutzer in einem Ton auf den Anbieter Kabel BW, der oft unter die Gürtellinie geht. Eine Deutschland-Karte stellt dort dar, wo Kunden derzeit besonders viele Störungen melden: Die betroffene Region leuchtet dann knallrot. Stuttgart zählt oft zu diesen. Am Freitag war es zum Beispiel so.

Zu den häufigsten Ursachen zählen laut Kabel BW beschädigte Kabel durch Bauarbeiten, Kälteschäden und Stromausfälle. „Durch die Kälte kann es passieren, dass Kontakte aus den Muffen gezogen werden“, sagt ein Sprecher des Unternehmens, das sowohl Internet als auch Telefon und Fernsehen über einen Anschluss anbietet.

Eine Woche abgekoppelt vom Netz

Die Geschichten ähneln sich. Eine Leserin aus Fellbach hatte offenbar eine ganze Woche lang vor dem Rosenmontag mit massiven Störungen zu kämpfen. „Beim ersten Anruf beim technischen Störungsservice wurde mir lediglich versichert, dass sich ein Techniker mit mir in Verbindung setzt“, sagt die Kabel-BW-Kundin. Am Rosenmontag erkundigte sie sich eigenständig im Internet, auf der Seite www.allestörungen.de. „Die Karte zeigte einen riesigen roten Fleck in der Region Stuttgart, was also darauf hinwies, dass ich nicht die einzige Betroffene war.“

Die Kundin ärgerte sich besonders, zumal nicht nur das Internet aussetzte, sondern auch das Telefon keinen Ton gab. Der erneute Anruf beim Kundenservice erfolgte somit notgedrungen über das Mobiltelefon und ergab, dass es wohl eine Großraumstörung in Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim gegeben hat. „Die Mitarbeiterin hat sich dann erkenntlich gezeigt, weil es sich eben um eine großflächige Störung handelte, und meinte, dass wir eine Gutschrift von 20 Euro bekommen“, sagt die Leserin.

Kabel BW: Nicht mehr Störungen als in Vormonaten

Kabel BW bestätigt Region übergreifende Ausfälle nicht, sondern weist daraufhin, dass „in einem System solcher Größe immer wieder Probleme auftreten können“. „Wir haben keine Anzeichen dafür, dass die Zahl der Störungen höher liegt als in den Vormonaten“, sagt ein Kabel-BW-Sprecher.

Der Internetanbieter hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit größeren Ausfällen zu kämpfen. Anfang Januar kam beispielsweise ein Glasfaserkabel in Stuttgart bei Bauarbeiten zu schaden. Ein Bagger hatte das sensible Netz beschädigt. Die Konsequenz: Mehr als 10 000 Kabel-BW-Kunden hatten für mehr als anderthalb Stunden keinen Zugang zum Netz.

Bei Fragen der Kulanz wird Einzelfall geprüft

Eine andere Ursache für Störungen sind Stromausfälle, wie sie das Netz am vergangenen Mittwoch für einige Kunden in Stuttgart lahmlegten. Diese Probleme sind jedoch zumeist schnell gelöst: „Die Störung war nach acht Minuten mit dem wieder anspringenden Strom behoben“, sagt der Sprecher des Unternehmens, das im Jahr 2011 mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia zur Unitymedia KabelBW fusionierte. Kunden, die von einer längeren Störung betroffen sind, haben nicht generell einen Anspruch auf Schadenersatz. „Wir prüfen jeden Einzelfall“, so der Sprecher.

Der Verbraucherschutz Baden-Württemberg verweist indes auf eine Feinheit des Vertragsrechts. Diese räumt dem Geschädigten in schweren Fällen ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht ein. Dieses gilt jedoch erst, wenn die Probleme über mehrere Wochen bestehen. Die Verbraucherschützer raten, dem Anbieter zunächst schriftlich eine angemessene Frist zu setzen.

Die allermeisten Störungen, heißt es bei Kabel BW, sind allerdings nach Stunden oder gar Minuten behoben.

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