Auf dem Gelände der JVA in Stammheim wird kräftig gebaut Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auf dem Gelände der JVA Stammheim entstehen neue Hafthäuser und ein neues Gerichtsgebäude. Dabei soll es nicht bleiben. Ein Vollzugskrankenhaus, eine Sporthalle und zusätzliche Arbeitsbetriebe sind geplant.

Stuttgart - Die JVA in Stuttgart-Stammheim ist zwischen 1959 und 1963 errichtet worden. Internationale Bekanntheit erlangte sie in den 70er Jahren, als im siebten Stock des Hochhauses mehrere RAF-Mitglieder untergebracht waren, darunter Ulrike Meinhof. In einem eilig auf dem Gelände hochgezogenen Gerichtsgebäude fanden jahrzehntelang besonders heikle Prozesse statt. Heute gelten große Teile des Gefängnisses als veraltet und werden nach und nach ersetzt.

Der Umbau begann 2006 mit dem alten Zugangsbereich. Er wurde durch ein neues Torwachengebäude ersetzt. Danach wurde mit dem Bau von fünf neuen Hafthäusern begonnen, die sowohl dem Personal als auch den Gefangenen bessere Bedingungen bieten sollen. Eigentlich sollten die 52 Millionen Euro teuren Gebäude für insgesamt 560 Gefangene bereits bezogen sein, doch der Bau hat sich verzögert. „Die Arbeiten für den Innenausbau sind in vollem Gange. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant“, sagt Michaela Reiter vom Finanzministerium. Die Außenanlagen sollen bereits im Juli fertig sein. Parallel dazu wird ein neues Prozessgebäude für das Oberlandesgericht Stuttgart gebaut. Die Arbeiten sollen Ende 2017 abgeschlossen sein.

Damit ist es aber nicht getan. Mittelfristig ist geplant, das Vollzugskrankenhaus vom Hohenasperg nach Stammheim zu verlegen. Derzeit stimmen sich die beteiligten Ressorts über ein geeignetes Baufeld auf dem Gelände ab. Außerdem sollen neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen und soll eine Sporthalle gebaut werden. Dafür muss aber erst Platz geschaffen werden. (jbo)