Kanadas Premierminister Justin Trudeau vor dem Karrieresprung in die Zeichentrickwelt Foto: AFP

Richtig berühmt ist man erst, wenn man einen Gastauftritt in der Trickserie „Die Simpsons“ hatte. Für Kanadas Premierminister Trudeau ist es jetzt so weit. Er weiß das bloß nicht so richtig zu schätzen.

Ottawa - Der kanadische Premierminister Justin Trudeau tritt erstmals bei den „Simpsons“ auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Prominenten, die in der US-Zeichentrickserie mehr oder minder lange Gastauftritte bekamen, traut Trudeau sich allerdings nicht selbst im Tonstudio ans Mikrofon. Die Stimme des Regierungschefs wird vom Journalisten Lucas Meyer gesprochen, der als Trudeau-Imitator bekannt ist.

Der Premier hatte eine Einladung der „Simpsons“-Macher, seine Rolle selbst einzusprechen, „höflich abgelehnt“, wie eine Regierungssprecherin sagte. In der Vergangenheit hatten war vor allem Prominente aus dem Showgeschäft Gastauftritte, also jede Menge Hollywood- und Musikstars. Aber auch der Autor Neil Gaiman, der Datenaktivist Julian Assange, der Pressezar Rupert Murdoch, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und der Physiker Stephen Hawking durften sich schon unter Homer und die anderen gelben Gestalten mischen.

Skandal könnte Thema werden

Einige Gaststars konnten sich im Lauf der 30 Jahre auch gar nicht gegen eine Teilnahme wehren, weil man ihre Stimmen einfach nach ihrem Tod aus dem Archiv holte: die von John F. Kennedy etwa und von Gregory Peck. Und es gibt Prominente, die als teils verhasste Figuren der Zeitgeschichte so böse durch den Kakao gezogen werden, dass sie sich natürlich nicht selbst sprechen: derzeit vor allem Donald Trump.

Laut seiner Ersatzstimme Lucas Meyer wird Trudeau in der neuen „Simpsons“-Folge nur zwei Mal auftauchen - und eine Szene könnte sogar noch rausgeschnitten werden. Laut Medienberichten bekommt Homer Simpsons Tochter Lisa bei einer Reise der Familie zu den Niagarafällen Asyl in Kanada. In der Folge könnte allerdings auch der Skandal um den Baukonzern SNC-Lavalin zur Sprache kommen, der Trudeau unter massiven Druck gebracht hat. Enge Vertraute des Regierungschefs sollen die frühere Justizministerin Jody Wilson-Raybould gedrängt haben, SNC-Lavalin vor einem Bestechungsskandal zu schützen. Das könnte die „höfliche Ablehnung“ des sonst sehr medienbewussten Trudeau jedenfalls gut erklären.

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