Das Archivbild vom April 1961 zeigt den sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Foto: dpa

Mit seinem Flug ins All war Juri Gagarin 1961 der erste Mensch im Weltall. Vor 50 Jahren kam der russische Kosmonaut bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Moskau/Stuttgart - 4. Oktober 1957, 19:28:34 Uhr. Eine sowjetische Trägerrakete startet vom Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur. Oben an der Spitze der Rakete Sputnik 1, der erste künstliche Erdtrabant. Nachdem die 83,6 Kilogramm schwere Aluminiumkugel die Erdumlaufbahn erreicht hat, kreist sie in einer elliptischen Bahn in 215 bis 939 Kilometer Höhe um den Blauen Planeten. Am 4. Januar 1958, nach 92 Tagen im All, verglüht der Satellit. Der Wettlauf ins All ist eröffnet. West gegen Ost, die USA gegen die Sowjetunion.

Drei Jahre später, am 12. April 1961, folgt der bis dahin größte Meilenstein des Wettlaufs ins All: Der russische Kosmonaut Juri Gagarin begibt sich an Bord der Wostok 1 und umrundet in 108 Minuten einmal die Erde. Nach 41 000 Kilometern endet der erste bemannte Raumflug. Die Raumkapsel mit Gagarin an Bord landet im Wolga-Gebiet. Er war es, der den Ausdruck vom „Blauen Planeten“ prägte. Heute wäre Juri Alexejewitsch Gagarin, der Kolumbus des Kosmos, 84 Jahre alt.

Vom Gießer zur Raumfahrtlegende

Geboren am 9. März 1934 wuchs Gagarin als Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers im Dorf Kluschino rund 180 Kilometer westlich von Moskau auf. Er begann eine Ausbildung zum Gießer, musste 1955 zur Armee und ließ sich zum Kampfpiloten ausbilden. Hart trainierte Gagarin für seinen streng geheimen Flug, bewahrte dabei aber Humor. „Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im Weltall“, sagte er über die Ausbildung. Vor ihm hatte Moskau mehrere Hunde ins All geschickt – viele kamen dabei um.

20. Februar 1962: Die USA ziehen nach

Die USA ziehen am 20. Februar 1962 nach. John Glenn zwängt sich auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in die winzige Mercury Kapsel Friendship 7. Das Raumschiff ist auf die Spitze einer Mercury Atlas 6 Rakete montiert. Um 14:47:39 Uhr hebt die Rakete ab und erreichte nach zehn Minuten den Orbit. In den folgenden knapp fünf Stunden umrundet der 39-jährige Glenn mit einer Maximalgeschwindigkeit von über 28 000 Kilometern in einer Höhe von 265 Kilometern drei Mal die Erde.

Gagarins Tod

Sechs Jahre später kommt der damals erst 34-jährige Offizier Juri Gagarin beim Testflug mit einem MiG-15-Kampfjet gemeinsam mit seinem Kollegen Wladimir Serjogin ums Leben. Pilotenfehler oder technische Panne – um die Umstände ranken sich noch immer Gerüchte und Theorien. Sein amerikanische Pendant John Glenn überlebt ihn um 48 Jahre. Er stirbt am 8. Dezember 2016 in seiner Heimat Ohio.

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