Jung und schön Jenseits moralischer Grenzen

Von Wolfram Hannemann 

Marine Vacth als Isabelle und Johan Leysen als Georges in einer Szene des Kinofilms Jung und Schön. Foto: Weltkino
Marine Vacth als Isabelle und Johan Leysen als Georges in einer Szene des Kinofilms "Jung und Schön". Foto: Weltkino

François Ozon inszeniert in dem französischen Drama „Jung und schön“ eine 17-jährige Kindfrau, die sich prostituiert und einen Skandal auslöst.

Filmkritik und Trailer zum Kinofilm "Jung und schön"

Stuttgart - Isabelle steht kurz vor ihrem 17. Geburtstag. Ihren ersten Sex hat sie mit ihrem Urlaubsflirt. Doch es beeindruckt sie wenig. Im ­darauffolgenden Schuljahr bietet Isabelle unter dem Pseudonym Lea im Internet Sex gegen Geld an. Ihre Kunden sind zumeist ­ältere Herren, mit denen sie sich im Hotel trifft. Niemand ahnt etwas von ihrem Doppelleben – weder Eltern noch Freunde. Ein tragischer Zwischenfall jedoch bringt die ganze Sache ans Licht. Während sich ihre Mutter in Selbstvorwürfen ergeht, schweigt Isabelle beharrlich.

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Frankreichs fleißigster Filmemacher François Ozon („Swimming Pool“) meldet sich mit einer großen Portion Erotik zurück. Der Titel seines Films charakterisiert die physische Präsenz seiner Hauptdarstellerin, des 23-jährigen Models Marine Vacth. Sie schlüpft in die Rolle einer 17-Jährigen, die sich im sexuellen Erwachen über moralische Grenzen hinwegsetzt.

Ozon hat seinen Film ganz auf seine Protagonistin zugeschnitten, zeigt ihren reizvollen Körper. Mal direkt, mal aus der Sicht des Voyeurs oder einfach nur ihr makelloses ­Gesicht in Großaufnahme. Isabelles sexueller Reifeprozess folgt den vier Jahreszeiten, beginnend mit dem Sommer. Jedes der vier Kapitel lässt der Regisseur mit einem anderen Chanson der französischen Schlagersängerin Françoise Hardy ausklingen, die als eine Art Troubadour fungiert und deren Texte das Geschehen kommentieren .

„Jung & schön“ ist prickelndes Kino mit schöner Filmmusik (Philippe Rombi) und dem gewissen „Ozon-Touch“, der den ­Zuschauer hin und wieder im Ungewissen lässt, ob das Gesehene nur ein Traum ist oder tatsächlich passiert.

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