Der Chef der FDP-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke Foto: dpa

Mit dem Vorstoß alle Drogen zu legalisieren, ernten die Julis im Südwesten nicht nur Beifall. In den eigenen Reihen sieht man den Vorschlag zur Debatte aber eher gelassen.

Mit dem Vorstoß alle Drogen zu legalisieren, ernten die Julis im Südwesten nicht nur Beifall. In den eigenen Reihen sieht man den Vorschlag zur Debatte aber eher gelassen.

Stuttgart - Alle Drogen in Deutschland legalisieren? „Wir können nur hoffen, dass es sich bei dieser Forderung der Julis um einen verfrühten Aprilscherz handelt“, sagte der Landeschef der Jungen Union, Nikolas Löbel, am Montag in Stuttgart. Der neu gewählte Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Baden-Württemberg, Emanuel Kollmann, hatte sich auf dem Landeskongress der Julis in Wernau (Kreis Esslingen) am Sonntag für ein entsprechendes Vorhaben stark gemacht.

Solche Forderungen könne man bei klarem Bewusstsein eigentlich nicht stellen, sagte Löbel weiter. Die junge Generation habe wichtigere Themen, mit denen sie sich beschäftigen solle, zum Beispiel die Staatsverschuldung oder das grün-rote Bildungschaos.

Jusos: Entkriminalisierung von Marihuana

Auch die Jusos im Südwesten lehnen eine Legalisierung aller Drogen entschieden ab, wie ihr stellvertretender Landesvorsitzender, Leon Hahn, am Montag sagte. Man setze sich aber für eine Entkriminalisierung von Marihuana ein.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, blieb gelassen: „Es ist das Vorrecht der Jugend, mit sehr weitreichenden Vorschlägen eine Debatte anzustoßen.“

Bereits 2013 hatten die Julis in Baden-Württemberg die Freigabe von Drogen beschlossen. Jetzt gehe es darum das „Wie“ zu debattieren, sagte Kollmann.

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