Julio Rondo in der Galerie Reinhard Hauff Prädikat herausragend

Von Nikolai B. Forstbauer 

Geht das – hinter Glas und gleichzeitig im Raum zu malen? Geht das, ein Bild zu schaffen und gleichzeitig einen Raum? Julio Rondo kann beides, zeigt „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer .

Stuttgart - Wie aus einem Guss wirkt die Präsentation neuer Arbeiten des in Berlin lebenden Stuttgarters Julio Rondo in der Galerie Reinhard Hauff. Da sitzt alles – ein Spiegelbild der Perfektion von Rondos Bildräumen, Raumbildern, Objektmalerei, Malereiobjekten.

Konsequentes Rondo-Alphabet

Wie diese sich durchdringenden Gegenwelten entstehen? Indem „er in einer Art negativen Malerei den Teil der Komposition zuerst malt, der bei Vollendung des Werks den Vordergrund ausmacht“, wie es die ­Galerie formuliert? Sicher verstärkt die ­konstruierte Tiefe den Raumeindruck. Und zweifellos gewinnt die Acrylfarbe auf dem Bildträger Glas eigene Dichte. Aber es ist doch die Konsequenz des eigenen Rondo-Alphabets, das die Fortschreibung einer ­konzeptuellen Malerei so überzeugend ­möglich macht.

Rondo ruft Ahnen und Urahnen auf

Dabei ruft Rondo, Professor an der Merz-Akademie, quasi nebenbei, ­Ahnen und Urahnen auf, zieht der Dialog von gesprayter Linie und gemaltem Formativ seine Spur über Georg Karl Pfahler zurück zu Willi Baumeister und Fritz Winter.

Tänzelnd-leichtes Ganzes

In seinen neuen Arbeiten kommt Julio Rondo schlicht auf den Punkt – und so reihen sie sich bei Hauff zu einem so bildgewaltigen wie tänzelnd-leichten Ganzen. Zu einer Schau mit diesem Prädikat: herausragend.

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