Im Juli 2016 ist der Holzpavillon eingeweiht worden, der von Jugendlichen zumindest in den wärmeren Monaten als provisorischer Treffpunkt genutzt wird. Foto: Archiv

Im Bezirksbeirat hat Daniela Steinhoff vom Jugendamt über den Sachstand beim Thema Jugendtreff Zazenhausen berichtet. Zunächst soll es eine Interimslösung im Alten Schulhaus geben, später ist dann ein Treffpunkt in der erweiterten Grundschule angedacht.

Zazenhausen - Seit langer Zeit suchen Jugendliche in Zazenhausen nach einem Treffpunkt, wo sie ungestört unter sich sein können. Zwar war vor drei Jahren zwischen Entenweg und dem Feuerbach als Provisorium ein Holzpavillon eingeweiht worden (wir berichteten), doch schon damals war klar, dass als langfristige Lösung feste und überdachte Räume her müssen. Eine solche Lösung schien für kurze Zeit ganz nah, ist aber nun doch wieder in weite Ferne gerückt. Daniela Steinhoff von der Jugendhilfeplanung des Jugendamts erläuterte den Zuffenhäuser Bezirksbeiräten in der jüngsten Sitzung, dass im Fokus der Planungen einmal mehr eine Interimslösung stehe.

„Wir mussten wieder bei Null anfangen“

„Wir mussten wieder bei Null anfangen“, sagte Steinhoff am Dienstagabend in der Zehntscheuer. Eigentlich habe man geglaubt, mit dem Alten Schulhaus einen geeigneten Standort gefunden zu haben. Das marode Gebäude mit seinen 290 Quadratmetern Nutzfläche hätte nach einer circa 260 000 Euro teuren Instandsetzung nicht nur einen Jugendtreff beherbergen können, sondern, so die Überlegungen des Sozialamtes, hätte auch von der Grundschule und dem Schülerhaus genutzt werden können. Dies habe im Frühjahr 2019 eine Machbarkeitsstudie der Jugendhausgesellschaft ergeben. Mitte Mai wäre dann aber die Absage der anderen Beteiligten gekommen: Da das Alte Schulhaus (es liegt direkt neben der Kirche) weit entfernt von der Grundschule an der Landsknechtstraße ist, hätte es für die Betreuung der Kinder Personal gebraucht, das schlichtweg nicht vorhanden sei. „Ohne Kooperationspartner mussten wir die Planungen beenden“, sagte Steinhoff.

Nun ist die Unterstützung des Gemeinderats gefragt

Deshalb seien drei Alternativen entwickelt worden: Auf einem Grundstück am Entenweg, das mit Wohnungen bebaut werden soll, könnte ein integrierter Treff entstehen. Diese Variante werde momentan ebenso geprüft wie die Möglichkeit, einen Jugendtreff zusammen mit Kita-Plätzen auf dem Areal der Flüchtlingsunterkunft an der Zazenhäuser Straße einzurichten, die demnächst frei wird und abgerissen werden soll (siehe Text Seite 1). Oberste Priorität habe aber die Variante, einen Treffpunkt in die Grundschule zu integrieren, wenn diese erweitert wird. „Da wollen wir hin“, sagte Steinhoff und brachte gleich einen Haken ins Spiel: Den Neubau gibt es frühestens 2027. Und so lange müsse eben wieder eine Interimslösung her. Und da kommt wieder das Alte Schulhaus ins Spiel: Im Erdgeschoss könnte auf 92 Quadratmetern für einige Jahre ein Treff eingerichtet werden. 100 000 Euro betragen laut Steinhoff die Umbaukosten im Jahr 2020, ab 2021 müsste dann noch eine Betreuungsstelle finanziert werden. Doch auch hier gibt es einen Haken: Diese Variante kommt zu spät für den Doppelhaushalt 2020/2021, sie ist als Verwaltungsvorschlag nicht mehr machbar. Es bleibt nur noch die Möglichkeit, dass die Gemeinderatsfraktionen den Vorschlag aufgreifen.

Im Juli möchte das Jugendamt dem Bezirksbeirat eine entsprechende Drucksache zur Abstimmung vorlegen. Kurz diskutiert wurde das Thema aber auch schon am Dienstag. „Wir stehen voll hinter dem Projekt“, sagte CDU-Sprecher Hartmut Brauswetter. Auch Uwe Mammel von der SPD kündigte Unterstützung an. Kritik gab es von Gisela Siegel (Grüne): „Ich bin fassungslos“, sagte sie und sprach von einem „Trauerspiel“. Die Verwaltung solle Druck machen, damit das Projekt schnellstmöglich realisiert werden könne.

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