Die Polizei hat eine nächtliche Aktion von rabiaten Jugendlichen in Stuttgart beendet. Foto: dpa

Was soll man unternehmen in einer lauen Sommernacht? Drei Jugendliche hatten eine besonders schlechte Idee.

Stuttgart - Sie konnten in dieser Nacht wohl nicht schlafen – allerdings sicherlich nicht wegen der Sommerhitze. Drei Jugendliche hatten in der Nacht zum Mittwoch offenbar reichlich Langeweile und gingen kurzerhand auf Autoknackertour. Am Ende wollten die 14, 15 und 17 Jahre alten Burschen mit einem Lastwagen nach Hause.

Wo die Tour genau begann, ist bisher nicht so ganz klar. Irgendwo im Bereich Daimlerstraße in Bad Cannstatt dürften die Jugendlichen ein Baufahrzeug ins Visier genommen und einen Vorschlaghammer erbeutet haben. Damit zogen sie in den Stuttgarter Osten weiter, wo sie frühmorgens um drei am Schwanenplatz lautstark ans Werk gingen. „Mit dem Hammer wurde zunächst an einem geparkten Renault die Scheibe eingeschlagen“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann. Das Fahrzeug wurde durchsucht, offenbar fanden die Jugendlichen aber nichts Stehlenswertes.

Dann lassen die Täter den Hammer schwingen

Die Täter schwangen den Hammer erneut und brachen laut klirrend in einen geparkten Pkw der Marke Suzuki ein. Dort fanden sie keine Wertsachen – aber einen Fahrzeugschlüssel, der zu einem nebenan geparkten Lastwagen passte. Auch dieses Fahrzeug wurde geentert. Ein Zeuge sichtete um 3.15 Uhr die maskierten Täter und alarmierte die Polizei.

Als eine Streife am Tatort am Schwanenplatz eintraf, saßen zwei der Jugendlichen im Lkw, der dritte stand davor. Wie es heißt, habe man damit „nach Hause“ fahren wollen. Das Trio ist bereits polizeibekannt. Die beiden 14- und 15-Jährigen kamen in Untersuchungshaft. Der 17-Jährige wurde seinen Eltern übergeben.

Woher kommen die bösen Buben?

Wird es immer schlimmer mit der Jugend? Die Polizei kann statistisch eher Entspannung vermelden: Straftaten durch junge Täter sind in Stuttgart rückläufig. Der Anteil der unter 21-Jährigen unter allen Straftätern ist inzwischen auf gut 22 Prozent gesunken – das ist der niedrigste Wert in der Stuttgarter Kriminalstatistik seit 1990. Mehr als die Hälfte der jungen Tatverdächtigen kommt gar nicht aus Stuttgart, sondern aus der Region. Am häufigsten kommen die bösen Buben in diesen Fällen aus dem Kreis Esslingen, gefolgt von Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis.

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