Jugendhaus in Mettingen eingeweiht Ein Haus mit Schirm und Charme und Hartplatz

Von Ulrich Stolte 

Die Kinder der Grundschule Mettingen kurz vor ihrem Auftritt im neuen Jugendhaus. Foto: Horst Rudel
Die Kinder der Grundschule Mettingen kurz vor ihrem Auftritt im neuen Jugendhaus. Foto: Horst Rudel

Das neue Jugendhaus in Mettingen hat ein neues Konzept. Unter einem großen Schirmdach sollen die Jugendlichen ihre Freizeit mehr im Freien verbringen.

Esslingen - Julius Könekamp tanzt. Im blauen Kostüm mit Federmaske folgt er Schritt für Schritt den Bewegungen seiner Partnerin Delphine Inescu, während Gregory Darcy dazu Mozarts Arie vom Vogelfänger spielt. Die inklusive Tanzgruppe „Would you dance with me“ ist nur ein Teil des Publikums, das künftig das Mettinger Jugendhaus „Trio“ rockt.

Zehn Jahre Planung

Zehn Jahre haben die Mettinger an dem Jugendhaus geplant, am Montag wurde es eingeweiht. Der Neubau für 1,2 Millionen Euro war nötig geworden, nachdem die Nachbarn des alten Mettinger Jugendhaus es in der Ortsmitte immer wieder Ärger gemacht hatten. Ein friedvolle Zukunft war wohl nicht mehr möglich gewesen, doch im neuen Jugendhaus soll ein neues Nebeneinander wieder möglich sein. Es liegt neben einem Kindergarten und neben den Spielfeldern der Mettinger Vereine und vor allem hat es ein neues Konzept. Die Freifläche vor dem Jugendhaus ist genauso wichtig wie das Haus selbst und ermöglicht den Jugendlichen Spiel und Bewegung. Damit sie sich auch bei Regen draußen aufhalten können, ist der Hartplatz überdacht mit Stoffbahnen, die aussehen wie ein umgedrehter Regenschirm. Der Eingang zum Gebäude ist ebenerdig, das ganze Haus ist behindertengerecht, einschließlich der Toiletten.

Julien Hennig von „Would you dance with me“ lässt elegant seinen Rollstuhl kreisen. Er tanzt Tango mit seiner Partnerin, eine Blume am Rollstuhl, ein Strohhut auf dem Kopf. Er ist der Inklusionsbeauftragte des Kreisjugendrings. Nach dem Esslinger Modell beteiligt sich die Stadt an den Kosten, aber Träger bleibt der Kreis.

Die Eleganz des neuen Jugendhauses

Dritter Tänzer ist Basher Alsaho, er ist Araber aus Syrien. Er hat sich eine Häschenmaske aufgesetzt, mimt den Furchtsamen, bis er schließlich mit seiner Partnerin in einen Volkstanz findet. Integration ist ein weit gefasster Begriff in Europa, in Deutschland und im Neckartal. Gerd Küpper, Vorsteher des Bürgerausschusses Mettingen-Brühl-Weil, lobte das Elegante und das Verbindende des neuen Jugendhauses und auch die Lage zwischen den drei Ortsteilen am Neckarufer. Vielleicht, so scherzte er, könne man auch die drei Ortsteile integrieren und sie so nennen, wie das Jugendhaus selbst, nämlich „Trio“. Er würde dann Vorsitzender des Bürgerausschusses „Trio“ sein. Unter dem Beifall der mehr als 100 Zuschauer schnitt der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger das rote Band vor dem Eingang durch. Er wünschte dem Haus alles Gute, und dass es Begleiter sein möge von vielen Jugendlichen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

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