Was fehlt jungen Menschen in Esslingen? Die kommunale Jugendförderplanung, die jetzt bis 2033 fortgeschrieben wurde, muss vor allem das Sicherheitsgefühl verbessern. Viele wünschen sich zudem mehr öffentliche Toiletten und Wasserspender.
Was fehlt jungen Leuten in Esslingen? Welche Einrichtungen gibt es für Jugendliche und wie beurteilen sie den eigenen Stadtteil? Einen Rahmen, was dringend bis langfristig in Angriff genommen werden sollte, stellt die kommunale Jugendförderplanung dar, die der Esslinger Gemeinderat jüngst verabschiedet hat. Sie löst den Plan aus dem Jahr 2010 ab.
„Unsere Jugendlichen sind die Hoffnungsträger von morgen. Es liegt in unserer Verantwortung, ihnen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu bieten. Die Jugendförderplanung spielt dabei eine entscheidende Rolle“, sagt Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar im Vorwort des gut 40 Seiten starken Leitfadens. Der Plan, der konkrete Handlungsempfehlungen gibt, ist wie sein Vorgänger zehn Jahre gültig. „Er ist ein lebendiges Dokument, das sich den Herausforderungen und Veränderungen unserer Zeit anpasst“, so Bayraktar.
Den Förderplan bis 2033 fortgeschrieben hat das kommunale Jugendreferat der Stadt unter fachlicher Begleitung eines Beirats. Viele Akteurinnen und Akteure, die in der Esslinger Jugendarbeit aktiv sind, wurden dafür gefragt, unter anderem der Jugendgemeinderat, der Kinder- und Jugendbeirat sowie die Träger der Jugendarbeit. Konkrete Zahlen zur Struktur der einzelnen Bürgerausschussbezirke lieferten die Einwohnerstatistik und der Esslinger Sozialmonitor.
Das Projekt „PlatzDa?!“ fließt in den Plan ein
Wie es jeweils um die jugendrelevante Infrastruktur in den zwölf Bürgerausschussbezirken bestellt ist, war ein weiteres Thema. So wurde etwa in den Fokus genommen, welche Bildungseinrichtungen und wie viele Schulen und Jugendhäuser es gibt. Welche Sport- und Spielplätze sind vorhanden? Stehen Parks oder andere öffentliche Anlagen als Treffpunkte zur Verfügung? Mit der App „PlatzDa?!“ konnten Kinder und Jugendlichen selbst Informationen zu ihrem Stadtteil und ihren Lieblingsplätzen übermitteln.
Das Projekt hatte die Stadt zusammen mit dem Stadtjugendring und Trägern der Jugend- und Jugendsozialarbeit 2022 gestartet. Die Teilnehmer meldeten auch Orte, die sie meiden, weil sie sich dort unsicher fühlen. Aus den Feedbacks und den quantitativen Daten wurden in dem Förderplan Handlungsempfehlungen abgeleitet, die die Stadt nun teils mit Kooperationspartnern wie Stadtjugendring oder Jugendtreffs umsetzen möchte. So wollen junge Menschen bei den städtischen Planungen, die sie betreffen, stärker einbezogen werden. Das kann der Erhalt des Bolzplatzes sein oder eine aktivere Beteiligung an Kulturveranstaltungen. Viele Jugendliche wünschen sich zudem sichere, durchgängige Fahrradstraßen und Radabstellplätze an Bahnhöfen.
Wasserspender und Toiletten an jugendlichen Treffpunkten
Insgesamt möchten die jungen Leute einen besseren Ausbau ihrer Plätze. So fehle es häufig an Sitzgelegenheiten, und es gebe kaum Trinkwasserspender. Als drängendes Problem hat sich herauskristallisiert, dass es in der Nähe von jugendlichen Treffpunkten wenig öffentliche Toiletten gibt. Sich dort länger aufzuhalten, sei daher vor allem für Mädchen und junge Frauen ein Problem.
Auffallend ist, dass es für viele junge Esslinger Orte gibt, an denen sie sich fürchten. Solche Angsträume werden für viele Stadtteile genannt. Oft sind es Unterführungen, aufgeführt wurden auch der Lammgarten, der Merkel- und Maillepark und der Esslinger Bahnhofsbereich. Als Handlungsempfehlungen werden im Förderplan eine bessere Beleuchtung genannt, aber auch Präventionsprojekte, die die Themen Gangs und Gewalt aufgreifen. Auch die aufsuchende Jugendarbeit sollte gestärkt werden.