Die Waldheimkinder lernen fleißig, Teller zu balancieren. Foto: Waltraud Daniela Engel

Die Waldheimkinder im Elsental proben zwei Wochen für den Zirkus Jufarelli. Viele der Kinder melden sich extra wegen des Zirkusprojekts im Waldheim an.

S-Süd - Jonglieren, Einrad fahren und seiltanzen: in den letzten beiden Wochen der Sommerferien geht es auf der Jugendfarm im Elsental hoch her. Zwei Wochen studieren die Kinder Kunststückchen für den großen Auftritt im Zirkus Jufrarelli ein. „Wir sind immer baff, was die Kinder alles können“, sagt die Sozialpädagogin Charlotte Hussendörfer.

Viele der Kinder melden sich extra wegen des Zirkusprojekts im Waldheim der Jugendfarm an. Und den rund 80 Kindern wird eine Menge geboten: „Jedes Jahr überlegen wir uns ein zusätzliches Motto, welches uns die Freizeit über begleitet“, sagt Hussendörfer. Dieses Jahr dürfen die Kinder einmal um die Welt reisen. Deshalb gibt es jeden Tag ein landestypisches Essen, fremdsprachige Lieder und farbenfrohe Werkangebote für die Kleinen. Wer sich genau umschaut, findet deshalb eine afrikanische Hütte direkt neben den Ziegenställen.

Hautnaher Kontakt mit der Natur

Vor gut 50 Jahren wurde die Jugendfarm im Elsental gegründet – als erste in Deutschland. Die Familie Boehm hatte ein paar Ponys hinterm Haus, die von den Kindern in der Umgebung heiß geliebt wurden. Nach und nach kamen immer mehr Nachbarskinder und die Boehms entschlossen sich, die Jugendfarm ins Leben zu rufen, da es ein solches Freizeitprogramm für Kinder bis dato nicht gab. Heute bietet die Jugendfarm neben den begehrten Plätzen in den Sommerferien ganzjährig Reitgruppen und vor allem eines: hautnahen Kontakt mit der Natur.

Während die Mädchen auf dem Platz für die Zirkusaufführung Einrad fahren lernen und die Jungs ihr Diabolo schwingen, misten freiwillige Helferlein die Ställe der 13 Pferde und der zwei Esel aus.

Ein besonderes Miteinander

„Manchmal gibt es sogar Streit, weil alle mit dem Traktor zum Gras holen fahren wollen. Und alle fragen mich, wann sie endlich reiten dürfen“, sagt Hussendörfer und lacht. Für die Pädagogin und ihre Kollegen ist es gerade der ständige Kontakt zu den Tieren, welcher den Kindern auf der Farm ermöglicht wird, der den besonderen Charme des Elsentals ausmacht.

„Ein Highlight ist es, wenn die Kinder im Bach einen Steinbachkrebs finden“, sagt Hussendörfer. Die vom Aussterben bedrohten Krebse gehören genauso zum kleinen Biotop im Elsental wie Blindschleichen und Ringelnattern.

„Viele Stadtkinder haben wenig Kontakt zu Tieren. Wir ermöglichen das“, sagt Hussendörfer. Für sie gehören die Tiere zur Farmgemeinschaft dazu. Dieses besondere Miteinander, was es so in keinem anderen Waldheim in der Umgebung gibt, schätzen nicht nur die Mitarbeiter, die zum Teil auf dem Gelände wohnen, sondern auch die Kinder. „Wir haben viele Wiederholungstäter“, sagt Hussendörfer. Das schönste an den Zirkuswochen sind für sie die Kinder selbst. Alle proben mit Spaß und Eifer für den großen Auftritt des Zirkus Jufarelli. „Wir finden für jeden was zum Mitmachen, und jeder darf zeigen, was er kann“, sagt die Pädagogin.

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