Polizeieinsätze sollen nicht alltäglich werden am Mailänder Platz. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auf dem Mailänder Platz will ein Quartett aus Streetworkern und Bibliotheksangehörigen Jugendliche zu Sinnvollem anstiften.

Stuttgart - Drei Streetworker der Mobilen Jugendarbeit sowie eine bibliothekarische Fachkraft kümmern sich künftig dauerhaft um Jugendliche und junge Erwachsene, die im Europaviertel unterwegs sind. Damit wird ein Vorhaben in die Praxis umgesetzt, für das die nötigen Mittel lange nicht aufzutreiben waren. Am Ende hat der Stuttgarter Gemeinderat die städtischen Zuschüsse um 120 000 auf 220 000 Euro jährlich aufgestockt, und mithilfe von Spenden und Stiftungsmitteln konnte das auf zwei Jahre ausgelegte Projekt nun aufgenommen werden.

Neue Angebote am Platz und im Haus

Das Quartett wird mit dem Einkaufszentrum Milaneo kooperieren, mit Sicherheitskräften und der Polizei. Die Sozialpädagogen sind im Viertel unterwegs und jeden Freitag mit dem Bus der Mobilen Jugendarbeit an Ort und Stelle. In der Bibliothek wird es jugendkulturelle Angebote geben sowie jeden Donnerstag einen offenen Jugendtreff – als Rückzugsort, aber auch, um sich neue Aufenthalts- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu erschließen.

Damit folgen die Evangelische Gesellschaft und Caritas, beide Träger der Mobilen Jugendarbeit, den Empfehlungen der Dualen Hochschule in Stuttgart. Die Sozialwissenschaftler hatten den einige Monate dauernden Modellversuch begleitet und schließlich für die Fortführung der Mobilen Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit der Bibliothek plädiert. Seit 1. März ist Simon Fregin als Projektleiter eingesetzt. Die Bibliothek will mit Sprachwerkstätten, Lesungen, Poetry-Slam, Kunst, aber auch mit Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung einsteigen, „in intensiver Kooperation mit Anliegern und anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen“, kündigt Elke Brünle, die stellvertretende Direktorin der Stadtbibliothek, an.

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