Der Esslinger Stadtjugendring leistet anerkannt gute Jugendarbeit, doch seine räumlichen Möglichkeiten sind begrenzt. Nun soll der SJR in der Pliensauvorstadt ein neues Domizil bekommen. Das denkmalgeschützte Gebäude Stuttgarter Straße 2 wird aufwendig renoviert, auf dem angrenzenden Areal gibt es Platz für Stadtstrand und Kulturpalast.
Esslingen - Der Esslinger Stadtjugendring geht einen Riesenschritt in Richtung Zukunft: Im Frühjahr 2022 soll der SJR in ein neues Domizil in der Pliensauvorstadt umziehen – im denkmalgeschützten Gebäude Stuttgarter Straße 2, das bis dahin aufwendig modernisiert wird, soll neben der Geschäftsstelle auch das Jugendbüro ein neues Zuhause finden. Außerdem bietet der neue Standort die Möglichkeit, den Stadtstrand und den Kulturpalast, die in der Weststadt weichen müssen, neu anzusiedeln. Für OB Jürgen Zieger ist das Konzept „ein Glücksfall für die Jugendarbeit“. Und Sozialamts-Chef Marius Oswald ist überzeugt: „Die vielfältigen Möglichkeiten, die sich dort für die Zukunft eröffnen werden, hätte man nicht besser planen können.“ Dass dieses ambitionierte Projekt möglich wurde, ist dem Zusammenwirken verschiedener Partner zu verdanken. Immerhin galt es, die dortigen Grundstücksverhältnisse neu zu regeln.
Die Verantwortlichen im Rathaus wissen den Stadtjugendring als Partner in der Kinder- und Jugendarbeit sehr zu schätzen. „Gerade in der Coronazeit hat es sich nochmals bestätigt, wie wichtig er ist“, betont Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar. In den vergangenen Jahren habe die Vielfalt der Angebote deutlich zugenommen, wofür der SJR die nötigen Rahmenbedingungen brauche. Außerdem bestand aktuell Handlungsbedarf, weil Aktionsplätze wie der Stadtstrand und der Kulturpalast aufgrund der Bebauung der Flächen in der Weststadt wegfallen.
Ganz neue Chancen
Deshalb machten sich Stadtverwaltung und Stadtjugendring gemeinsam auf die Suche nach einem geeigneten Standort, der ausreichend Platz bietet, die bislang verschiedenen Adressen von SJR-Geschäftsstelle, Jugendbüro, Stadtstrand und Kulturpalast zusammenzuführen und die nötigen Rahmenbedingungen für jugendkulturelle Aktionen und Angebote wie die Kinderspielstadt Karamempel zu schaffen. Ein passendes Objekt fand sich schließlich direkt an der Pliensaubrücke in der Stuttgarter Straße 2, wo der Stadtjugendring vom kommenden Jahr an „eine echte Adresse und ein Gesicht im Stadtbild“ bekommen soll. Für Markus Benz ist die Entscheidung für einen Umzug in die Stuttgarter Straße, für die der Gemeinderat bereits im März vergangenen Jahres den Weg freigemacht hatte, ein Meilenstein: „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Angebote bündeln können und dass nun Freiraum für junge Menschen im Zentrum von Esslingen entsteht.“
Doch zunächst galt es, die dortigen Besitzverhältnisse so zu ordnen, dass sich das Projekt realisieren lässt. In Kooperation mit der Esslinger Projektentwicklungsgesellschaft (ES-PEG), einer Tochterfirma der Esslinger Wohnungsbau (EWB) und der ibw Gesellschaft für innovatives Bauen und Wohnen wurde schließlich ein Konzept erarbeitet, um dieses Areal für die Erfordernisse des Stadtjugendrings zu entwickeln. Die ES-PEG übernimmt den Aus- und Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, das zu einem Zentrum für die Kinder- und Jugendarbeit sowie ein jugendkultureller Veranstaltungsort mit barrierefreiem Zugang am „Tor zur Stadt“ werden soll. Rund eine Million wird die Sanierung kosten, die für ES-PEG-Prokurist Jens Klingohr ganz neue Chancen eröffnen soll. So wird etwa im Obergeschoss der Stuttgarter Straße 2 auch Platz für eine Wohngemeinschaft entstehen.
Einzug soll 2022 sein
Zukünftige Eigentümerin und Vermieterin des Objektes wird die Esslinger Wohnungsbau sein. Deren Geschäftsführer Hagen Schröter spricht von einem „sehr komplexen Projekt“. Im hinteren Bereich des Grundstücks entsteht durch einen Grundstückstausch zudem ein Baufenster, auf dem die EWB ein Gebäude mit sieben Mietwohnungen errichten kann. Die ES-PEG will demnächst mit dem Aus- und Umbau der Stuttgarter Straße 2 beginnen. Dann werden auch die dortigen Freiflächen von Stadtjugendring und Grünflächenamt gemeinsam entwickelt, denn der dort bestehende Spielplatz soll nicht nur erhalten bleiben, sondern in seiner Attraktivität noch aufgewertet werden. Ziel ist, dass der SJR sein neues Domizil im Frühjahr 2022 beziehen kann.