Die vier Preisträger von „Jugend musiziert“: Dorian Demény, Rebekka Irion, Miriam Sailer und Ludwig Kollmar. Foto: Annegret Jacobs

Vier Schüler des Fanny-Leicht-Gymnasiums siegen beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“.

Vaihingen - Nett sei es gewesen, dass der Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ in diesem Jahr in Stuttgart stattgefunden hat. „Ich fand das echt entspannend, für eine Teilnahme mal nicht durch halb Deutschland zu reisen“, sagt Ludwig Kollmar. Der 17-jährige Schüler des Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasiums hat sich bereits mehrfach für den Bundesentscheid des Talentwettbewerbs qualifiziert. Schon oft ist er mit seinem Cello quer durch die Republik gereist.

„Andererseits lernt man Deutschland auf diese Weise gut kennen“, hält seine Klassenkameradin Rebekka Irion dagegen. „Sonst wäre ich vermutlich nicht so schnell nach Neubrandenburg gekommen“, sagt sie. In der Stadt in Mecklenburg-Vorpommern hat der Bundesentscheid für Nachwuchsmusiker im vergangenen Jahr stattgefunden. Doch auch in Stuttgart konnten die Vaihinger Gymnasiasten ihren Horizont erweitern. „Ich habe viele neue Ecken von Stuttgart kennengelernt“, resümiert Dorian Demény, 17 Jahre, aus der 10b.

Eine Woche hat der Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ Anfang Juni gedauert. Mehr als 2300 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren dazu nach Stuttgart gekommen. Gespielt haben sie in der Musikhochschule, in diversen Hallen und Schulen im ganzen Stadtgebiet. „Man geht ja nicht nur zu seinem Vorspiel. Wenn noch Zeit war, habe ich mir Vorspiele von Freunden angehört“, sagt Rebekka. Auf diese Weise sind sie und ihre Schulkameraden in ihrer Heimatstadt herumgekommen.

Das sind die Gewinner

Am Ende hat es sich für alle Teilnehmer des Fanny-Leicht-Gymnasiums gelohnt. Vier hatten sich in diesem Jahr für den Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ qualifiziert und Preise gewonnen: Miriam Sailer, 17 Jahre, aus der Stufe 11 hat in der Kategorie „Duo Klavier und ein Streichinstrument“ mit der Geige einen zweiten Preis erhalten. Ludwig Kollmar aus der Klasse 10c hat einen dritten Preis in der Kategorie „Duo Klavier und ein Streichinstrument“ mit dem Cello gemacht. Dorian Demény aus der Klasse 10c bekam in seiner Altersgruppe für sein Gitarrensolo den ersten Preis. Rebekka Irion aus der 10b erhielt gleich zwei erste Preise und zwar in der Kategorie „Duo Klavier und ein Streichinstrument“ sowie für die „Klavierbegleitung eines Klarinettisten“.

Schon oft haben Schüler des Vaihinger Gymnasiums erfolgreich an Musikwettbewerben teilgenommen. Dass dieses Jahr gleich vier erfolgreich waren, ist dennoch außergewöhnlich. Allerdings: „Zwei oder drei Schüler sind immer dabei“, sagt die Musiklehrerin Olga Herz. Dabei ist das Fanny keine Schule mit musischem Zweig. Allerdings werde Musik im AG-Bereich traditionell gefördert. Es gibt mehrere Schulchöre und verschiedene Orchester. Auch wenn Miriam, Rebekka, Dorian und Ludwig für ihre Instrumente separat proben – „im Orchester und im Chor sind wir zusammen“, sagt Rebekka.

Mindestens eine Stunde am Tag ist bei jedem der vier Schüler für das Proben eingeplant. Hinzu kommen noch die Chor- und Orchesterproben – und bei zweien von ihnen bald auch schon wieder die Proben für den nächsten Wettbewerb von „Jugend musiziert“. „Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb“, sagt Rebekka. Deswegen seien die drei Entscheide im Januar, im April und im Juni auch nichts Besonderes für sie. „Das ist jedes Jahr so.“

Alles unter einen Hut bringen

Zeit für die Schule bleibt, muss bleiben. Denn Sonderkonditionen gebe es für die jungen Musiker am Fanny-Leicht-Gymnasium leider nicht, sagt Musiklehrerin Herz. „Für den Tag des Wettbewerbs gibt es schulfrei, und wir stellen unseren Schülern Probenräume und Instrumente zur Verfügung“, sagt sie. Für die Klassenarbeiten gelten aber keine Ausnahmen.

Doch die vier diesjährigen Gewinner von „Jugend musiziert“ haben Schule, Hobby und Freunde bislang gut koordinieren können – trotz G 8. „Man muss halt gut planen“, sagt Rebekka. „Und ich mache es ja gerne, die Musik macht mir Spaß.“

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