Wenn Diane Lahni ihr Cello spielt, versinkt sie in ihrer eigenen Welt. Foto: Frank Eppler

Die 16-jährige Diane Lahni tritt beim Landeswettbewerb Jugend musiziert in ihrer Heimatstadt Schorndorf an. Ihr Ziel ist der Bundeswettbewerb.

Schorndorf - Dieser warme Klang, der ins Herz geht. Diese innige Beziehung zu dem rundlichen Klangkörper aus Holz: Diane Lahni liebt ihr Cello heiß und innig. Wenn sie zum Bogen greift, sich auf einen Stuhl setzt und zu spielen beginnt, dann vergisst die 16-Jährige aus Schorndorf alles um sich herum. Dann kann es auch sein, dass ihre 14-jährige Schwester zur Tür hereinkommt und minutenlang neben ihr steht, bevor Diane sie überhaupt bemerkt. „Ich bin dann in mich reingesetzt“, sagt die Schülerin, die derzeit die elfte Klasse am Schorndorfer Burg-Gymnasium besucht. Begeistert erzählt sie von ihrer Musik, von ihrem Cello – und wie sie zu diesem besonderen Saiteninstrument kam.

Von der Blockflöte zum Cello

Ihre ersten Schritte in der Musik machte die kleine Diane ganz klassisch mit einer Flöte. Doch das war irgendwann nicht mehr genug. Bei einem Instrumenten-Ausprobiertag an der Musikschule Schorndorf schaute sie sich mit ihren damals acht Jahren um, setzte sie sich ans Klavier, pustete in eine Trompete – und blieb beim Cello hängen. „Immer wieder ist sie zu dem Zimmer mit dem Cello zurückgegangen“, sagt ihre Mutter Sabine Lahni, rückblickend auf diesen Tag vor neun Jahren. Und auch Diane erinnert sich: „Dass man das Cello so umarmen kann, hat mir so sehr gefallen.“

Und dieses Instrument sollte sie nicht mehr loslassen: Diane übte erst 20 Minuten am Tag, dann wurde es immer mehr. Mit zwölf Jahren machte sie schließlich zum ersten Mal bei Jugend musiziert mit. „Der Fortschritt hat mich fasziniert“, erzählt die Jugendliche. Und: „Ich mache Musik, um Leuten eine Freude zu bereiten, um sie zu erreichen mit dem, was ich am liebsten mache.“ Und das ist Cello spielen.

Inzwischen ist Diane Lahni schon so etwas wie ein alter Hase, was Jugend musiziert angeht: Schon zum siebten Mal tritt sie nun an. Drei Mal kam sie sogar in den Bundeswettbewerb und spielte in Hamburg, Paderborn und Lübeck. Nun will sie es erneut wissen – und tritt diese Woche beim Landeswettbewerb in ihrer Heimatstadt Schorndorf an.

Zum Ausgleich zweimal Turnen pro Woche

Zur Vorbereitung auf ihren großen Auftritt übt die 16-Jährige zweieinhalb Stunden täglich. „Sie ist sehr strukturiert“, sagt ihre Mutter anerkennend. Schließlich muss Diane ja auch noch für die Schule lernen, möchte sich mit Freunden treffen und auch zwei Mal pro Woche ins Turnen beim STV Schorndorf gehen. „Das muss als Ausgleich sein“, sagt die Tochter.

Für ihren zwanzigminütigen Auftritt hat sie sich drei Stücke ausgesucht: die Elégie Op. 24 von Fauré, den erste Satz des Cellokonzerts von Saint-Saëns und zwei Stücke aus Trois Pièces von Nadia Boulanger. „Mich berührt meine eigene Musik, die ich spiele, sehr“, erzählt Diane mit einem Lächeln. An einer ganz bestimmten Stelle in ihrer Musikauswahl muss sie fast immer weinen. Nun hofft sie, auch die Jury mit ihrem Spiel zu berühren – und so beim Bundeswettbewerb antreten zu dürfen.

14 Prozent mehr Anmeldungen als im Vorjahr

Mit dieser Hoffnung ist sie natürlich nicht allein, denn beim Landeswettbewerb von Jugend musiziert, der vom 3. bis 7. April stattfindet, werden rund 1700 Kinder und Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg in verschiedenen Kategorien und mit verschiedenen Instrumenten antreten. Davon werden, so schätzt Hermann Wils­ke, der Präsident des Landesmusikrats Baden-Württemberg, rund 700 an den Bundeswettbewerb weitergeleitet. „Dass Laien musizieren, ist bei uns im Land tief verankert“, betont Wilske. Das zeigen auch die steigenden Zahlen derjenigen, die bei dem Wettbewerb teilnehmen: „Wir haben 14 Prozent mehr Anmeldungen als noch vor drei Jahren“, sagt Marie-Susan Weber, die Projektleiterin beim Landesmusikrat.

Die Stadt Schorndorf freut sich indes auf den musikalischen Wettbewerb: „Das wird spannend und ist eine Herausforderung für uns“, sagt der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich. „Dass wir Jugend musiziert ausrichten dürfen, ist eine große Ehre“, sagt Günther Neher, der Schulleiter der Jugendmusikschule.

Die Jugend musiziert in Schorndorf

Wettbewerb
Der Landeswettbewerb Jugend musiziert 2019 findet von 3. bis 7. April in Schorndorf und der näheren Umgebung statt. Zuschauer sind erwünscht.

Preisträgerkonzert
Am Samstag, 6. April, spielen die Besten der Besten von 19 Uhr an beim Preisträgerkonzert in der Barbara-Künkelin-Halle.

Bundeswettbewerb
Die Preisträger vom Landeswettbewerb treten vom 6. bis 13. Juni in Halle an der Saale gegen ihre Konkurrenten aus allen Bundesländern an.

Das ausführliche Programm findet man hier.

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