Lehrer Jochen Knapek ist stolz auf die Schüler der Jugend-forsch-AG. Einzig an weiblicher Beteiligung fehlt es: Seit Jahren hat kein Mädchen mehr teilgenommen. Foto: Stahlberg

Schüler der Robert-Koch-Realschule haben erneut sehr erfolgreich am Nachwuchswettbewerb Jugend forscht teilgenommen. Zwei der Jungs errangen mit ihrem Projekt sogar den Regionalsieg und treten nun beim Landeswettbewerb in Balingen an.

Vaihingen - Geniale Erfindungen für die Welt von morgen könnten durchaus aus einem Klassenzimmer kommen. Seit gut 50 Jahren gibt es in Deutschland den Wettbewerb der Stiftung Jugend forscht, an dem naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche teilnehmen können. Auch an der Robert-Koch-Realschule (RKR) sind fleißige Nachwuchsforscher am Werk. Sechs Projekte – so viel wie keine andere Schule – hat die RKR dieses Jahr ins Rennen geschickt, drei davon gelangten unter die ersten drei ihres Fachgebiets, ein Projekt ist Regionalsieger geworden.

Immer mittwochs am Nachmittag treffen sich die jungen Naturwissenschaftler in der Jugend-forscht-AG der Vaihinger Realschule. Die Arbeitsgruppe besteht seit zehn Jahren und wird von Jochen Knapek und Bernhard Müller geleitet. Knapek ist Lehrer an der RKR und unterrichtet Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA), Deutsch und Musik; Müller ist der Vater eines ehemaligen Schülers.

Wie fliegt der Papierflieger am besten?

Die Gewinner des Regionalwettbewerbs in der Kategorie Physik sind Felix und Moritz. Die Elfjährigen gehen in die sechste Klasse und haben sich der Frage gewidmet, wie ein Papierflieger am besten fliegt. „Wir basteln gerne Papierflieger, daher hat es sich angeboten, zu diesem Thema zu forschen“, erklärt Felix. Die beiden haben untersucht, welche Bedingungen für den weitesten Flug ideal sind. „Wir haben systematisch geprüft, welche Papierstärke am besten ist, wie groß das Griffbrett und die Tragfläche sein muss, ob man eine Büroklammer nimmt oder nicht“, erläutert Moritz. Gestartet sind die jungen Forscher mit einer Flugweite von fünf Metern. Die perfekte Variante ergab eine Weite von 21,2 Metern, gemessen in der Aula der Schule. Mit ihrem methodischen Vorgehen haben die beiden die Jury überzeugt und dürfen im Mai beim Landeswettbewerb antreten.

Lukas und Christopher erzielten in der Kategorie Arbeitswelt den zweiten Platz. Die Siebtklässler haben sich die Frage gestellt, wie man einen unübersichtlichen Zebrastreifen sicherer überqueren kann. Ihre Idee: ein Zickzackweg für Fußgänger mit Lichtschranke, welche ein Blinklicht auslöst, das die Autofahrer warnt. „Die Jury riet uns, bei der Stadt anzufragen, ob wir unser Modell an einem echten Zebrastreifen testen dürfen“, berichtet Lukas.

Sitzheizung für den Drahtesel

Auf den dritten Platz gelangten Henry und Alan mit einem beheizbaren Fahrradsattel. Die beiden Sechstklässler entwickelten eine Möglichkeit, diesen mit einem in den Überzug eingenähten Heizdraht und dem Dynamo zu erwärmen. „Licht und Heizung funktionieren gemeinsam; im Sommer kann man den Überzug abnehmen und die Drähte ausstecken“, erläutert Henry die Technik.

Mit Magnetismus haben sich Marvin und Leo beschäftigt. „Wir haben untersucht, ob man durch gegenseitiges Abstoßen Autounfälle verhindern kann“, erklärt der zwölfjährige Marvin. An Gurken hat der zehnjährige Jakob geforscht. „Ist bio wirklich besser?“ lautete seine Fragestellung. Das Fazit nach mikroskopischer Untersuchung, Schadstofftest und einer Umfrage lautete: ja. Der 13-jährige Laurens hat nach Möglichkeiten gesucht, Energie aus Gebäuden zurückzugewinnen: mit einem Wasserrad an der Regenrinne oder am Abwasserrohr kann mit Hilfe eines Generators Strom erzeugt werden.

Jochen Knapek ist sehr zufrieden mit dem Erfolg seiner Schüler. Er lobt außerdem den Nutzen des Jugend-forscht-Wettbewerbs: „Die Schüler können sehr gut üben, wie man naturwissenschaftlich arbeitet. Sie entwickeln und erkennen ihre Interessen. Zudem trainieren sie Ausdauer, Geduld und Selbstdisziplin. Besser geht’s eigentlich gar nicht.“

Jugend forscht

Stiftung
Die Stiftung Jugend forscht fördert durch den Wettbewerb das Interesse Jugendlicher an wissenschaftlicher Forschung. Mitmachen können Jugendliche ab der vierten Klasse und bis zu einem Alter von 21 Jahren. Die Teilnehmer suchen sich die Fragestellung für ihr Forschungsprojekt selbst aus.

Arbeitsgruppe
Seit zehn Jahren gibt es an der Robert-Koch-Realschule eine Jugend-forscht-AG. Einmal in der Woche arbeiten die Teilnehmer zwei Schulstunden lang gemeinsam an ihren Projekten.

Wettbewerb
Alle Teilnehmer von Jugend forscht treten beim Regionalwettbewerb an. Die Sieger qualifizieren sich für den Landeswettbewerb, die Landessieger wiederum starten beim Bundesfinale.

Termin
Ein Tag der offenen Tür findet am Mittwoch, 12. März, 15 bis 18 Uhr, an der RKR statt, bei dem sich unter anderem auch die Jugend-forscht-AG vorstellt.

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