Die Judo-Frauen des VfL Sindelfingen gewinnen beim Großkampftag im Glaspalast 9:3 gegen Gröbenzell. Die VfL-Männer unterliegen knapp mit 6:8 gegen München-Großhadern.
Der Knoten ist eigentlich nur halb geplatzt, aber VfL-Judo-Bundesliga-Coach Simon Kristen ist dennoch zufrieden. Sein Frauen-Team – in dieser Saison am ersten und zweiten Kampftag noch ohne Sieg - hat in der 1. Bundesliga Süd-Ost gegen den 1. FC Gröbenzell einen deutlichen 9:3-Sieg auf die Matte im Sindelfinger Glaspalast gelegt, während die VfL-Zweitliga-Männer – bislang mit einem Sieg - gegen den Tabellenführer München-Großhadern knapp mit 6:8 verloren
Den Auftakt bei den Kämpfen der Frauen machte im Glaspalast die in VfL-Diensten stehende Niederländerin Margit De Vogt, die nach nur 16 Sekunden Kampfzeit die Gröbenzellerin Sara Gentner mit einem schulmäßigen Innenschenkelwurf besiegte. Anschließend kam Sindelfingens Leichtgewichtlerin Hanna Fischer kampflos zum Sieg da Gröbenzell keine Leichtgewichtlerin stellen konnte. Jasmin Heinz (+78 Kilogramm) konterte anschließend die Gröbenzellerin Pamela C. Bickendorf aus. Den ersten Einzelsieg für die Gäste sicherte sich in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm Barbara Ertl mit einem Innenschenkelwurf bei der Sindelfingerin Laura Krutsch. Zudem gewann die Gröbenzellerin Sarah Filgertshofer (bis 63 Kilogramm) gegen Elna Ahrenhold.
VfL-Frauen führen nach erster Runde
Die Begegnung in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm wurde kampflos entschieden: Beide Teams hatten keine Kämpferin aufgestellt. Auf Alina Lengweiler – stets eine sichere Bank im VfL-Frauenteam – war auch diesmal wieder Verlass. Gegen die Gröbenzellerin Leya Winter musste sie allerdings all ihre Routine und Erfahrung ausspielen, um sich einen knappen Sieg mit nur einer kleinen Wertung zu erkämpfen. Damit stand es nach Ende des ersten Durchganges 4:2 für die VfL-Kämpferinnen.
Im zweiten Durchgang hatte es Sindelfingens Margit De Voogd (bis 78 Kilogramm) besonders eilig: Nach nur zehn Sekunden Kampfzeit hatte sie die Gröbenzellerin Martine Mikuta besiegt und dem VfL-Team das 5:2 gesichert. Leichtgewichtlerin Hanna Fischer siegte anschließende abermals mangels Gegnerin kampflos. Dann der Auftritt der wohl erfolgreichsten VfL-Kämpferin: Aylin Mill, die sehr bewegliche Schwergewichtlerin, Deutsche Judo-Meisterin 2024, und bei ihren Ausflügen ins Sambo-Sport-Lager ebenfalls sehr erfolgreich, warf die Gröbenzellerin Sara Gentner mit einem Innenschenkelwurf wie aus dem Lehrbuch.
Isabell Schühlein siegt vorzeitig
Dafür musste sich anschließend Laura Krutsch (bis 57 Kilogramm), die an diesem Bundesliga-Kampftag nach längerer Kampfpause wieder für ihr Bundesliga-Team auf die Matte ging, abermals der Gröbenzellerin Barbara Erl beugen. Doch ihre Mannschaftskameradin Isabell Schühlein (bis 63 Kilogramm) füllte mit ihrem vorzeitigen Sieg per Armhebel über die Gröbenzellerin Sarah Filgertshofer das VfL-Punktekonto wieder auf. Die Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm konnte mangels Kämpferinnen abermals nicht ausgekämpft werden.
Den krönenden Abschluss für das VfL-Frauenteam lieferte anschließend Nele Noack (bis 70 Kilogramm). Sie schaltete die Gröbenzellerin Leya Winter mit einem sauberen und punktreifen Hüftwurf, dem zwei kleinere Wertungen vorausgegangen waren aus – Endergebnis damit 9:3 für die VfL-Frauen, die nun in der 1. Judo-Bundesliga Süd-Ost auf Tabellenplatz fünf stehen.
VfL-Männer haben starken Gegner
München-Großhadern war lange die absolute Judo-Hochburg in Deutschland. Inzwischen kämpfen sie nicht mehr in der 1. Bundesliga, „obwohl sie da eigentlich hingehören“ wie Vfl-Buli-Coach Simon Kristen die knappe 6:8-Niederlage seines Teams gegen die Münchnern kommentierte. „Wir haben da im ersten Durchgang noch gut mitgehalten, aber im zweiten Durchgang hat Großhadern dann seine Top-Kämpfer eingesetzt und das hat uns den Sieg gekostet“.
Dabei hatte die Begegnung zunächst gut begonnen. Linus Harsch (bis 81 Kilogramm) verlor zwar gegen den Münchner Peter Thomas, dann aber räumten vier VfL-Kämpfer nacheinander ab: Noel Pollak (bis 90 Kilogramm) schlug den Münchner Lukas Ohnheiser, Leichgewichtler Aistidis Psaltiras kämpfte den Münchner Patrick Foschum mit seinen ständigen Schulterwurf-Attacken nieder, Sviatoslav Kolomiichuk (bis 100 Kilogramm) war per Haltegriff beim Münchner Bohdan Risukhin erfolgreich. Nikita Marat Pak (bis 73 Kilogramm) siegte per Konter über den Münchner Philipp Gonschorek und Leon Koch (bis 66 Kilogramm) brauchte nur eineinhalb Minuten Kampfzeit, um den Münchner Felix Winter auszuschalten.
Alter Bekannter im Glaspalast zu Gast
Im letzten Kampf des ersten Durchganges stand dann im Halbschwergewicht ein alter Bekannter der Sindelfinger auf der Matte: Philipp Haug, langjähriges VfL-Mitglied und Bundesliga-Kämpfer für Sindelfingen, der beruflich bedingt im Bayrischen lebt, stand für Großhadern dem Sindelfinger Adem Sinanovic gegenüber und warf diesen nach gerade mal neun Minuten Kampfzeit mit einem Hüftfeger.
Im zweiten Durchgang drehten dann die Münchner auf: Die Sindelfinger Jonathan Schröck (bis 81 Kilogramm) und Nils Ruhland verloren ihre Kämpfe. Aristidis Psaltiras (bis 60 Kilogramm) war dann der letzte VfL-Kämpfer, der seine Begegnung im zweiten Durchgang siegreich beenden konnte, Felix Wagner (+100 Kilogramm), Nikita Marat Pak (bis 73 Kilogramm), Leon Koch (bis 66 Kilogramm) und Adem Sinanovic (bis 100 Kilogramm) verloren – Endstand somit 8:6 für die Gäste aus München.