Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Kircher Foto: Eva Herschmann

Die Fußballabteilung des TV Oeffingen bietet zu ihrem 50. Geburtstag rund 300 Gästen einen unterhaltsamen Abend in der Festhalle Schmiden. Auch der Fußball-Weltmeister Sami Khedira und sein Bruder Rani gratulieren.

Oeffingen - Die beiden berühmtesten Söhne des Vereins waren nicht da, aber Sami Khedira, der einst vom Tennwengert auszog, um Fußball-Weltmeister zu werden, und sein jüngerer Bruder Rani gratulierten dem TVOe per Videobotschaften zum 50. Geburtstag der Abteilung. Er sei „sehr glücklich“ seine Karriere in Oeffingen gestartet zu haben, verkündete Sami Khedira von der Leinwand der Festhalle in Schmiden herab. „Ich bin bei euch in meinen Gedanken.“ Auch Rani Khedira, der beim Bundesligisten FC Augsburg am Ball ist, erklärte, er sei froh, ein Teil des TV Oeffingen gewesen zu sein. „Und ich hoffe auf die nächsten 50 Jahre.“

Der Andrang der Gratulanten zum 50. Geburtstag war groß

Der Turnverein Oeffingen hat eine der jüngsten Fußballabteilungen im Rems-Murr-Kreis, denn lange Zeit war der Handball die Sportart Nummer eins im Ort. Am Samstag regierte jedoch König Fußball, und der Andrang der Gratulanten zum 50. Geburtstag war groß. An die 300 ehemalige und aktuelle Kicker, Trainer, Wegbegleiter, Vertreter von Sportkreis und Württembergischem Fußballverband sowie viele Gäste aus nah und fern, darunter Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, ihr Vorgänger Christoph Palm und Erster Bürgermeister Günter Geyer, feierten mit.

Eine Hiobsbotschaft hatte Michael Bren, der Chef der TVOe-Ballsportler, den 300 Festgästen zu verkünden. Birgit Pfeiffer, die schwäbische Schwertgosch aus Schmiden, hatte ihren Auftritt kurzfristig krankheitsbedingt absagen müssen. Der Humor kam aber nicht zu kurz und dafür war in erster Linie Stargast Knut Kircher verantwortlich. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter entpuppte sich als wortgewandter Alleinunterhalter, der die Zuhörer mit Anekdoten aus seiner Zeit als Unparteiischer sowie Einblicken in das Seelenleben von Schiedsrichtern zum Schmunzeln und Nachdenken brachte.

Knut Kircher beeindruckte mit Sprüchen

„Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit“, sagte der 49-Jährige, der seine internationale Karriere im Mai 2016 nach Erreichen der Altersgrenze beendet hat, in den unteren Ligen aber noch immer ab und an zur Pfeife greift. Kircher beeindruckte mit Sprüchen wie „alle 22 Spieler haben Aufmerksamkeit und Liebe verdient“ oder „Fußball ist einfach, deshalb quatschen alle mit“. Und mit Zahlen: „Schiedsrichter laufen pro Spiel zwischen zwölf und 14 Kilometer und haben eine durchschnittliche Herzfrequenz von 168 Schlägen pro Minute. Aber keine Sorge, wir haben ein ausreichend großes Herz.“ Das braucht er auch, denn während der Fernsehzuschauer 26 Kamerapositionen zur Verfügung hat, hat der Schiri nur eine Perspektive und muss 250 bis 300 Entscheidungen pro Partie treffen. „Und erst am Montagabend, wenn wir weder in der Zeitung mit den großen Schlagzeilen noch in den Nachrichten oder beim Bäcker kritisiert wurden, wissen wir, ob unser Wochenende erfolgreich war.“

Der Geist von Karl-Heinz Bren, der 30 Jahre lang die Fußballabteilung geprägt hatte, bis er vor beinahe zehn Jahren überraschend starb, schwebte über allem. Als Dankeschön wurden seine Witwe Roswitha Bren und Elisabeth Mager, die Frau des ebenfalls verstorbenen Hermann Mager, der einer der treuesten Schaffer beim TVOe gewesen war, mit einem Blumenstrauß bedacht. Ein paar kritische Worte seines Nachfolgers und Bruders Michael Bren, der seit zehn Jahren die Abteilung leitet, durften aber auch an einem solchen Freudenabend nicht fehlen. „Die Einstellung vieler hat sich verändert. Es gilt: nehmen ja, geben nein, das macht es immer schwerer, Ehrenamtliche zu finden und ein gutes und faires Miteinander zu pflegen.“

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