Der Leonberger Heiko Burkhard kehrt mit großen Erinnerungen aus Tokio zurück. Der Bundestrainer der gehörlosen Golfer feiert Gold, Silber und Bronze der Spieler bei den Deaflympics.
Vier Medaillen hatte sie mit im Gepäck bei ihrer Ankunft in München: Die deutschen gehörlosen Golfspieler kehrten reich prämiert von den Deaflympics aus Tokio heim, dem Pendant zu den Olympischen Spielen für gehörlose und gehörbehinderte Sportler.
„Vier Medaillen – das ist ganz hervorragend. Wir alle sind wahnsinnig glücklich“, sagt Bundestrainer Heiko Burkhard, der aus Leonberg stammt und die Bundesliga-Frauen des Golf-Clubs Stuttgart-Solitude aus Mönsheim trainiert.
Allen John feiert Gold-Hattrick
Allen John und Nico Guldan hatten zwei Plaketten aus Japan mit nach Deutschland gebracht – John (St. Leon-Rot) siegte im Einzel mit 205 Schlägen vor Kevin Hall (USA/214), die Bronzemedaille sicherte sich Guldan (GC Heilbronn-Hohenlohe) mit 215 Schlägen. John erzielte einen Hattrick – bei den beiden vorangegangenen Deaflympics hatte der 38-Jährige bereits Gold im Einzel gewonnen.
Ein Einzel verpassten Vanessa Girke (Rendsburg) als Vierte und Stefanie Mayer (Herzogenaurach) als Neunte das Podium, im Mixed-Wettbewerb gab es auch für sie eine Auszeichnung: Girke holte mit John Silber, Mayer mit Guldan in einem dramatischen Stechen gegen das US-Team Bronze. Einzig Paul Neumann (Lausitzer GC), im Einzel auf Rang 19, musste ohne sportliches Erinnerungsstück die Heimreise antreten.
„Wir wurden nach den Siegerehrungen beide Male im Hotel von den anderen deutschen Athleten mit einem Riesenjubel empfangen“, erinnert sich Heiko Burkhard, „das war überragend.“ Nach dem zweifachen Erfolg im Mixed war der Bundestrainer mit seinen Schützlingen nach einer Feier im Hotel Hilton Bay, in dem die deutschen Deaflympics-Starter auf zwei Etagen untergebracht waren, noch in die City von Tokio aufgebrochen. „Wir haben Sushi gegessen und noch ein bisschen weiter gefeiert“, berichtet der Leonberger Golf-Trainer.
Der Erfolg der deutschen Golfspieler war keine Überraschung und Zufall schon ganz und gar nicht. Das Team hatte sich akribisch vorbereitet, so wie es sich für eine internationale Großveranstaltung gehört. Bundestrainer Burkhard hatte den Platz auf dem Wakasu Golf Link schon in Deutschland mit Google Maps genau unter die Lupe genommen und sich über die dortigen Wetterverhältnisse erkundigt. Ein entsprechendes Vorbereitungsprogramm hatte der 45 Jahre alte Golfcoach an die Heimtrainer der Nationalmannschafts-Mitglieder geschickt.
„Der Platz hat unseren Erwartungen weitgehend entsprochen“, sagt Burkhard, „deshalb waren wir sehr gut präpariert.“ Die Grüns waren schnell und hart, zwar war das Gelände ein wenig ausgetrocknet, dennoch habe sich alles „in einem sehr guten Zustand befunden“. Allerdings durften die Golfer nach ihrer Ankunft drei Tage lang nicht aufs Wakasu Golf Link, also übten sie in der nahe gelegenen, größten Driving-Range von ganz Japan ihre Abschläge – die 300 Buchten verteilten sich dort über drei Stockwerke. Täglich geöffnet für 24 Stunden. „Das war imposant“, berichtet Burkhard, der von der Zehn-Millionen-Metropole beeindruckt war: „Diese Masse an Menschen, dieser Verkehr – wir haben vom Hotel zum Golf-Resort eine halbe Stunde Fahrzeit benötigt, obwohl wir dafür nur knapp vier Kilometer zurücklegen mussten.“
Großes Erlebnis für Heiko Burkhard
Auch die Deaflympics selbst kamen in einer Größenordnung daher wie sie Amateur-Golfspieler sonst kaum erleben – überall an den Wettkampfstätten ein buntes Tohuwabohu aus Sportlern, Offiziellen, Zuschauern und Medienvertretern. „Es war ein ganz besonderes Erlebnis“, unterstreicht Heiko Burkhard – nicht nur aufgrund der Medaillen für seine Schützlinge wird der Bundestrainer des gehörlosen Golfspieler die Deaflympics 2025 in Tokio in ewiger Erinnerung behalten.