Ungeimpfte Bayern-Spieler wie Joshua Kimmich, die wegen einer fehlenden Corona-Impfung in Quarantäne müssen, sollen das Gehalt gekürzt bekommen. (Archivbild) Foto: dpa/Sven Hoppe

Bayern München kommt nicht zur Ruhe: Die Bosse streichen den ungeimpften Stars um Joshua Kimmich zum Teil das Gehalt, Julian Nagelsmann ist nach dem 1:2 in Augsburg sauer.

Augsburg - Die frustrierende Derby-Niederlage in Augsburg verfolgte Joshua Kimmich aus den eigenen vier Wänden, die erneute Corona-Quarantäne könnte für den Impfskeptiker aber nun doppelt bitter werden. Denn wie die Bild am Sonntag zwei Tage nach dem ernüchternden 1:2 beim FCA berichtete, haben die Bosse des FC Bayern genug vom andauernden Corona-Wirbel - jetzt sollen Gehaltskürzungen folgen.

Die Ansage der Führung um Vorstandschef Oliver Kahn: Alle Spieler, die wegen einer fehlenden Corona-Impfung in Quarantäne müssen, sollen in dieser Zeit nicht mehr bezahlt werden. Der Rekordmeister wollte die „BamS“-Meldung nicht kommentieren. Es wäre aber ein Zeichen, das zur Haltung des Klubs passen würde: Kahn hatte Kimmich zuletzt schon empfohlen, sich impfen zu lassen, auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic sieht das Vakzin als „einzigen Weg aus der Pandemie“.  

Laut Bericht 768.000 Euro Verlust für Kimmich

Am Donnerstag soll den ungeimpften Spielern mitgeteilt worden sein, dass ihr Gehalt aus der Quarantäne-Woche rückwirkend abgezogen wird. Für Kimmich wären das bei einem geschätzten Jahressalär von etwa 20 Millionen Euro bereits rund 768.000 Euro Verlust. „Das wird ihm natürlich nicht gefallen“, sagte der frühere Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei „Sky90“.

Ähnliche Einbußen müssten die Nationalspieler Serge Gnabry (26) und Jamal Musiala (18) sowie Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting (32) hinnehmen, die ebenfalls noch ohne Schutz sein sollen und zuletzt in Isolation waren. Einzig Michael Cuisance (22) soll unter den Ungeimpften von der Maßnahme ausgenommen sein, weil er nicht in Quarantäne musste.

Rummenigge zeigte Verständnis für den Klub. „Alle haben versucht, das Thema Nicht-Impfen zu bereinigen und eine Lösung zu finden, das ist nicht geglückt“, sagte der 66-Jährige: „Vielleicht gelingt es jetzt.“ 

So reagierte die Mannschaft auf die Maßnahme

Die Spieler sollen „sehr überrascht“ von der Maßnahme gewesen sein. Im Rest der Mannschaft soll der Schritt des Klubs jedoch auf Zustimmung stoßen. Wohl auch bei Julian Nagelsmann, den das leidige Corona-Thema spürbar nervt.

Kimmichs Abwesenheit wollte der 34-Jährige in Augsburg aber nicht als Ausrede gelten lassen, „das ist zu leicht für mich“, sagte er. Vielmehr störten ihn die wiederholten Nachlässigkeiten seiner Defensive.

„Ich bin das erste Mal als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns, weil wir es besser machen müssen“, sagte er mit finsterer Miene. Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Gipfel in Dortmund ist der BVB auf einen Punkt herangerückt, die Brisanz im Titelkampf plötzlich wieder da.

Deshalb versammelte Nagelsmann seine Stars am Samstag nach dem Auslaufen sofort zur Analyse, ehe es nach einem freien Tag am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) in der Champions League zu Dynamo Kiew geht. Und es gab nicht zum ersten Mal in dieser Saison reichlich Gesprächsbedarf. „Wir müssen die Baustellen schließen. Wir bekommen immer zu leichte Tore“, betonte der Bayern-Coach angefressen.

Kimmichs Fehlen deutlich sichtbar

Kimmichs Fehlen machte sich deutlich bemerkbar. „Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass wir unfassbar viel Platz im zentralen Bereich hatten, im Sechser-Raum vor allem, und sehr viel zurückgespielt haben. Jeder zweite Ball im Sechser-Raum war ein Rückpass“, monierte der Coach. Gemeint war vor allem Marcel Sabitzer, der als Kimmich-Ersatz völlig überfordert war.

In Kiew wird Mittelfeldchef Kimmich noch fehlen. Auch Niklas Süle kann sich frühestens am Montag freitesten und wird wohl passen müssen. Nagelsmann sehnte sich nach stilleren Zeiten. Es gebe definitiv „Phasen im Leben, die ruhiger sind“, sagte er. 

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