Josefin Feiler Foto: Martin Sigmund

Die Sopranistin Josefin Feiler singt in „Actus tragicus“ an der Oper Stuttgart die Frau mit den roten Schuhen.

Stuttgart - An der Oper Stuttgart deckt Josefin Feiler ein breites Repertoire ab. Gerade stand sie als Blumenmädchen in Wagners „Parsifal“ auf der Bühne, jetzt singt sie bei Herbert Wernickes szenischem Bachkantatenabend die Partie der „Frau mit den roten Schuhen“.

Frau Feiler, 2014 waren Sie erstmals bei „Actus tragicus“ dabei. Was bedeutet Ihnen diese Produktion?
Vor vier Jahren war ich noch Mitglied im Opernstudio – und extrem beglückt darüber, dass man mir eine so große Partie anvertraut hat. Ein Grund dafür war wohl auch, dass ich aus Leipzig komme, und da hat man mir automatisch eine gewisse Nähe zu Bach unterstellt.
Zu Recht?
Ja! Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen, und obwohl Bach nicht sehr gnädig mit Atempausen ist, sind seine Partien toll für die Stimme.
Wen stellen Sie dar?
Ich bin eine sehr eitle Frau, die sich in den totalen Konsum hineinbegibt. Sie spürt aber, dass ihr im Leben etwas fehlt, und deshalb hat sie diese Szene, in der sie nur im Unterkleid die Arie „Liebster Gott, erbarme dich“ singt. Das ist sehr ergreifend und poetisch – aber das gilt eigentlich für die ganze Produktion. In jedem Zimmer sind Menschen, die immer wieder dasselbe tun. Das zeigt: Ein Leben ganz ohne den Glauben an etwas ist sinnlos.
In „Actus tragicus“ spielen die Sänger des Staatsopernchores eine tragende Rolle . . .
. . . und es ist eine irre Leistung, wie sie nicht nur spielen, sondern auch diese Fugen hinbekommen – und das auch noch auswendig!