Der Modedesigner Wolfgang Joop hat ein wieder mal ein neues Buch geschrieben: Es handelt . . . genau: von Wolfgang Joop. Foto: picture alliance/dpa/Monika Skolimowska

Wolfgang Joop hat dieser Tage auf schlanken 500 Seiten seine Autobiografie „Die einzig mögliche Zeit“ veröffentlicht. Wie der 74-jährige Modedesigner allerdings bei all der Schreiberei noch so viel Zeit für sein angenehmes Äußeres findet, bleibt ein Rätsel. Oder ist der Mann doch nur ein Wrack wie so viele andere?

Stuttgart - Die 80er Jahre waren mehr als netzhautablösende Vokuhila-Frisuren, neonfarbene Reizwäsche und Ohrringe so groß wie Hula-Hoop-Reifen. Nein, dieses in modischer Hinsicht stark verhaltensauffällige Jahrzehnt war trotz aller Peinlichkeiten auch geprägt von einem geschmackvollen Designer namens Wolfgang Joop.

Blasierter Blick

Mit seinen hohen, stets gebräunten Wangenknochen, der windschlüpfrigen Silhouette und dem goldblond gescheitelten Popper-Schnitt sah er meist cooler aus als seine Models. Der Mann selbst stand für ein egozentrisches Lebensgefühl, sein blasierter Blick machte ihn berühmt, das Ausrufezeichen im Markennamen war Programm. Joop ist Gründer der Mode- und Kosmetikfirmen JOOP! und Wunderkind und gehört zusammen mit Karl Lagerfeld, Jil Sander und Philipp Plein zu den erfolgreichsten deutschen Modemenschen. In den letzten Jahren hat sich der 74-Jährige leider im deutschen Privatfernsehen verirrt und versuchte, seinen guten Ruf als Juror in Heidi Klums peinlicher Modelcastingshow zu ruinieren, was ihm aber nicht gelang. Denn Joop hat immer noch Stil, auch wenn er etwas konserviert erscheint. Der rastlose Geschäftsmann, Autor, Fernsehjuror, Stilkritiker und Selbstinszenierer ist einer der wenigen Männer, die mit einem Halstuch reüssieren und wissen, dass Schwarz im Alter die stärkste Option ist. Dieser Tage ist die Biografie von Wolfgang Joop erschienen, dem ewigen Popper.

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