John Fogerty tritt nur dreimal in Deutschland auf. Foto: Gottfried Stoppel

Im Vorfeld des Konzerts von John Fogerty gab es Unstimmigkeiten – doch mit seinem Konzert beim Zeltspektakel lässt der ehemalige Frontmann von Creedence Clearwater Revival all das vergessen. Zum Schluss macht er etwas, das er sonst fast nie tut.

Winterbach - Im Kreis und in der Region hat sich das Winterbacher Zeltspektakel längst einen Namen gemacht. Seit Mittwochabend dürfte der Bekanntheitsgrad noch gestiegen sein: Autos aus der Schweiz, aus Bayern, aus allen Ecken Baden-Württembergs säumen die Straßen rund um das große weiße Zelt. Alle sind angereist, um Altmeister John Fogerty zu sehen, ehemaliger Frontmann und Gitarrist von Creedence Clearwater Revival. Aus seiner Feder stammen unglaublich viele Hits. „Da kennst du quasi jeden Song, da kannst du nicht enttäuscht werden“, erklärt ein Zuhörer seinem Nachbarn.

Nur drei Konzerte gibt der US-Sänger, Songwriter und Gitarrist während seiner „My 50 Year Trip“-Welttournee in Deutschland. Entsprechend groß war die Freude der Kulturinitiative Rock über seine Zusage: „Das ist einfach ein unglaublicher Künstler“, sagt Steffen Clauss, den der Topact am Konzerttag selbst allerdings einige Nerven kostet.

John Fogerty kommt mit nur drei Trucks statt der üblichen sechs

Zu viel will der Vorsitzende der Kulturinitiative Rock nicht aus dem Nähkästchen plaudern, aber der Umgangston einiger Fogerty-Mitarbeiter trübt das sonst so entspannte Miteinander. „Wir sind Ehrenamtliche, aber wir wissen, was wir tun und sind gut“, sagt Clauss, der froh ist, dass das Management drei Tage vor dem Konzert beschlossen hat, mit nur drei statt sechs Trucks anzureisen – Fogertys Auftritt kommt ausnahmsweise ohne Videoleinwand und andere Spielereien aus.

„Aber vermutlich ist das alles mit dem ersten Ton vergessen“, sagt Steffen Clauss. Den lässt John Fogerty um kurz nach halb neun Uhr erklingen. Dann folgt eine zweistündige Reise durch seine Hits – ohne Pause, nur unterbrochen von einigen wenigen Ansagen und Gitarrenwechseln spielt der 74-Jährige im Jeanshemd alles, was seine Anhänger hören wollen: „Suzie Q“, „Who’ll stop the rain“, „Hey tonight“, „Have you ever seen the rain,“, „I heard it through the grapevine“, „Run through the jungle“, „Rocking all over the world“ , „Bad moon rising“ und vieles mehr. Dabei legt er eine Energie an den Tag, um die ihn mancher Mittvierziger sicher beneidet.

An seinem „I love you, Winterbach“ scheint etwas dran zu sein

Im Laufe des Abends lernt die Fangemeinde auch die halbe Fogerty-Familie kennen: Sohn Shane spielt neben seinem Vater Gitarre, Sohn Tyler singt bei einigen Liedern mit. „Der hat wirklich Spaß, das sieht man“, meint Stephan aus Stuttgart über Fogerty senior. Für diese Annahme spricht, dass dieser es nicht bei einer Zugabe belässt, sondern noch einen Bonus liefert – und schließlich sogar noch einmal auf die Bühne tritt und vier Songs spielt, obwohl das Saallicht bereits angeht.

„Das hat er angeblich noch nie gemacht“, sagt Steffen Clauss und ein Gast aus Mannheim erzählt, dass er es einen Abend zuvor in Bonn bei einer einzigen Zugabe belassen hat. An seinem „I love you, Winterbach“ scheit also etwas dran zu sein. „Für uns als Veranstalter war das eine absolute Sternstunde“, sagte Steffen Clauss und auch die Fans schwärmen: „Ich konnte mich gar nicht satt hören“, schreibt ein Besucher aus dem Allgäu auf Facebook, „war ein genialer Abend, unvergesslich“, eine Hamburgerin.

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