Johannes Lochner bei Olympia 2018 „Wir hatten nicht einen schnellen Lauf“

Von Jochen Klingovsky 

Johannes Lochner vom BC Stuttgart konnte bei Olympia 2018 keine Medaille gewinnen. Foto: dpa
Johannes Lochner vom BC Stuttgart konnte bei Olympia 2018 keine Medaille gewinnen. Foto: dpa

Es hat nicht sollen sein für Johannes Lochner: Im abschließenden Viererbob-Rennen belegte der Pilot vom BC Stuttgart nur den achten Platz. Wir haben mit dem 27-Jährigen gesprochen.

Pyeongchang - Nur Platz acht – Johannes Lochner, Bob-Pilot vom BC Stuttgart, geht ausgerechnet bei den Olympischen Spielen leer aus. Im Zuge des Viererbob-Rennens haben wir mit dem 27-Jährigen gesprochen.

Herr Lochner, nach Platz fünf im Zweier sind Sie als großer Gold-Favorit im Vierer auf dem enttäuschenden achten Platz gelandet. Woran lag’s?
Wir wissen es nicht. Fakt ist: Wir hatten keine Chance, obwohl wir dasselbe Setup benutzt haben, mit dem wir auch schon Weltcuprennen gewonnen haben. Wenn wir wenigstens wüssten, woran es gelegen hat, wäre es nicht so schlimm.
Was haben Sie versucht, um auf Tempo zu kommen?
Alles. Wir haben vom ersten Tag an die Abstimmung gefahren, die noch bei den Tests auf dieser Bahn funktioniert hatte. Der erste Trainingslauf war eigentlich gut, doch es hat uns an Speed gefehlt. Anschließend haben wir andere Kufen drauf, ein anderes Setup gewählt, hin und her probiert. Doch egal, mit was für Material wir gefahren sind, es hat nicht funktioniert. Dann haben wir an der Fahrlinie noch mal gearbeitet, die Videos der Konkurrenten analysiert. Am Ende mussten wir feststellen, dass wir auch bei guten Fahrten im oberen Teil einfach nicht auf Tempo kommen. Wir hatten nicht einen einzigen schnellen Lauf. Es muss irgendetwas am Material sein, aber wir haben das Problem einfach nicht gefunden.
Geht die Suche weiter?
Natürlich. Wir haben in jedem Lauf drei Zehntel verloren, das ist einfach viel zu viel. Und das gab es auch in den letzten zwei Jahren bei keinem einzigen Rennen. Wir müssen jetzt den Bob komplett zerlegen, ob nicht irgendwo der Rahmen gebrochen ist oder die Haube einen Riss hat.
Sie haben in dieser Saison vier Weltcuprennen im Vierer gewonnen. Wie bitter ist es, dass es ausgerechnet bei Olympia nicht geklappt hat?
Wir waren beim letzten Weltcup am Königssee schon nur Vierter, da dachte ich noch, nach dem Sieg im Gesamtweltcup sei die Luft ein bisschen raus. Hier in Pyeongchang sind wir von Anfang an nur hinterhergefahren. Das ist schon schade. Richtig schade.
Ihre beiden Kollegen Francesco Friedrich und Nico Walther haben Gold und Silber gewonnen…
… was sehr geil ist. Olympia mit einem Doppelsieg zu beenden, ist sehr wichtig für die künftige Förderung unseres Verbandes. Und das Francesco Friedrich mit Doppel-Gold nach Hause fährt, ist natürlich sensationell. Den Vierer mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung zu gewinnen, zeigt seine Stärke. Respekt!
Wie geht es bei Ihnen weiter?
Erst mal Material packen und heimfliegen. Und dann mache ich ein paar Tage Urlaub.
Und wie sieht die sportliche Perspektive aus?
Weitermachen, weiterkämpfen, zurückkommen. Und vor allem danach suchen, was im Vierer nicht gepasst hat.
Gehen Ihre Planungen bis Peking 2022?
Das kann ich noch nicht sagen.
Ihr Ziel war doch, Ihren Onkel Rudi zu überholen, der 1992 in Albertville Olympia-Silber geholt hat.
Stimmt. Also muss ich doch noch vier Jahre weitermachen. Hilft ja nichts.

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