Die Corona-Pandemie hat die Stellenangebote einbrechen lassen. Auch bisher gefragte Fachkräfte wie Ingenieure sind betroffen. Die Folgen könnten gravierend sein, warnt Inge Nowak.
Stuttgart - Fachkräftemangel? Kaum ein Unternehmer nimmt dieses Wort derzeit in den Mund. Die einst lautstarken Klagen sind weitgehend verstummt. Die Coronapandemie hat zu neuen unternehmerischen Herausforderungen geführt – Hygienemaßnahmen mussten erarbeitet, den Mitarbeitern Homeoffice ermöglicht werden. Und auch die Lieferketten, die im vergangenen Jahr vielfach gerissen waren, mussten wieder geknüpft werden. Wer denkt da schon an neue Mitarbeiter, die – Stichwort: Homeoffice – ohnehin nur mit erheblichen Schwierigkeiten eingelernt werden können?
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Kein Wunder also, dass die wirtschaftliche Unsicherheit, die vielfach herrscht, dazu führt, dass die Zahl der Stellenangebote deutlich gesunken ist. Selbst Jungingenieure, die vor wenigen Jahren noch von der Hochschule weg eingestellt wurden, bleiben da nicht verschont. Heute tun sich viele Absolventen, die von einer Karriere geträumt haben, schwer, überhaupt einen Job zu finden – trotz vielfältiger technologischer Herausforderungen wie Industrie 4.0, Transformation, Digitalisierung, Dekarbonisierung, die den Wohlstand von morgen sichern sollen.
Die Probleme mit Mint
Es ist daher gut, dass die Landesregierung begrenzt Verantwortung übernommen und ein Programm für Jungingenieure aufgelegt hat. Denn die mittelfristigen Konsequenzen könnten ansonsten gravierend sein. Ein Blick in die Vergangenheit macht dies deutlich: Wie lange hat es gedauert, um Jugendliche an die Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissen und Technik) herauszuführen? Die Verantwortlichen sind in Kitas und Grundschulen gegangen, um früh die Lust an Technik zu wecken. In der Folge sind die Erstsemesterzahlen in etlichen Fachrichtungen gestiegen. Die Coronapandemie darf diese Erfolge nicht kassieren.
Die Hilfen sind daher folgerichtig – genauso wie über Kurzarbeit die Arbeitsplätze gesichert werden. Und eine spezielle Prämie soll dazu betragen, dass der Mittelstand weiter ausbildet.