Tony Carey spielt im Jazzclub Bix eines von nur vier Solo-Akustik-Konzerten in Deutschland. Foto: Johs Boe

Der amerikanische Musiker Tony Carey tritt am 5. April im Jazzclub Bix in Stuttgart auf.

Wer an die Klänge rund um die nicht nur bei Kindern beliebte Märchen­figur Tabaluga denkt, dem fällt Peter Maffay ein. Doch selbst ein Könner wie Maffay macht nicht alles allein. Große Stücke hält er auf Tony Carey. Sei’s bei der Geschichte um den grünen Drachen, sei’s bei Filmproduktionen, in denen Maffay selbst zu sehen war: Tony Carey war häufig an der Musik beteiligt. Die Älteren erinnern sich zudem womöglich an den 1988 in der ARD ausgestrahlten Dreiteiler „Wilder Westen inclusive“: Der darin zu hörende Song „Room with a View“ verhalf Tony Carey hierzulande zu großer Bekanntheit. Doch auch jenseits von TV-Musik weiß der 65-Jährige zu begeistern.

Internationale Aufmerksamkeit

Der als Anthony Lawrence Carey in Kalifornien geborene Tony Carey ist selbstredend auch Musikfans außerhalb Deutschlands ein Begriff. Internationale Aufmerksamkeit wurde ihm erstmals 1975 zuteil. Da trat er als Keyboarder von Rainbow in Erscheinung, der Band um Sängerlegende Ronnie James Dio und Ex-Deep-Purple-Mitglied Ritchie Blackmore. Zwei Jahre und zwei Welttourneen lang stand er an den Tasten. Dann startete er seine Solokarriere, veröffentlichte Alben unter eigenem Namen und unter dem Pseudonym „Planet P Project“. Und fand in Deutschland seinen neuen Lebensmittelpunkt. Angefangen hat diese Karriere mit einer Orgel, die Carey im Alter von fünf Jahren erstmals bediente. Mittlerweile hat er über 1000 Songs geschrieben, darunter Hits wie „Why Me“ und „A Fine, Fine Day“. Eine Zeit lang spielte er in der ersten Liga der Branche, hatte Auftritte bei „Wetten, dass . .?“ und schaffte es auf die Titelseiten bedeutender Musikmagazine. Anno 1995 hatte er sich jedoch von der Plattenindustrie verabschiedet: Die dort herrschende Profitsucht von Label-Chefs und Großkonzernen ekelte ihn an.

Neues Album „Lucky Us“

Sein neuestes Album „Lucky Us“ feiert Carey nun samt dem 50-Jahr-Bühnenjubiläum. Allerdings mit einem Konzertflügel. Die Orgel ist passé. In möglichst intimem Rahmen gibt er auf seiner Tour namens „Songs and Stories“ auch vier Solo-Akustik-Konzerte in Deutschland – eines davon eben in Stuttgart. Der stilvolle Jazzclub Bix dürfte hierfür die ideale Kulisse bieten. Neben der Musik wartet Carey auch mit einer persönlichen Sammlung von Geschichten auf, die so unterhaltsam wie spannend sind – wer für Größen wie Joe Cocker, Chris Norman oder den erwähnten Peter Maffay als Produzent tätig war, hat garantiert einiges zu erzählen. Zudem gab Rainbow zu Careys Zeiten aufstrebenden Bands wie AC/DC die Chance, sich im Vorprogramm ein paar neue Fans zu erspielen. Wäre ja mal interessant zu wissen, ob die Herren um Angus Young schon immer, also auch als kleine Vorband, so draufgängerisch und cool waren wie später. Mancher nennt Tony Carey aufgrund solcher Erfahrungen eine lebende Legende und ein gut gehütetes Geheimnis der Rock- und Popgeschichte.

Tony Carey: 5. April, 20 Uhr, Bix Jazzclub, Tickets 07 11 / 550 660 77

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