Anne Czichowsky singt Jazz. Foto: promo

Die Jazz-Sängerin Anne Czichowsky stellt an diesem Mittwoch im Theaterhaus Stuttgart ihre neue CD „The Truth and Abstract Blues“ vor.

Die Jazz-Sängerin Anne Czichowsky stellt an diesem Mittwoch im Theaterhaus Stuttgart ihre neue CD „The Truth and Abstract Blues“ vor.
Stuttgart - Frau Czichowsky, Sie präsentieren auch Ihr neues Album im Theaterhaus Stuttgart. Was verbindet Sie mit diesem Ort?
Das Theaterhaus ist einer meiner Lieblingsspielorte in Stuttgart. Ich habe schon das Releasekonzert meiner ersten CD dort ­gespielt. Werner Schretzmeier und sein Team haben den Jazznachwuchs aus der ­Region schon immer großartig unterstützt, auch als wir noch absolute Newcomer ­waren. Ich fühle mich im Theaterhaus sehr wohl, fast schon zu Hause, und ich weiß, dass dort immer ­alles bestens organisiert ist. Ich freue mich sehr auf das Konzert!
Bezieht sich der CD-Titel „The Truth and ­Abstract Blues“ auf ein Jazzalbum des ­Hardbop-Saxofonisten Oliver Nelson?
Ja, „More Blues and the Abstract Truth“ ist 1964 erschienen. Ein großartige Platte. ­Diese Komposition habe ich auf unserem ­Album betextet, die Platten von Oliver ­Nelson begleiten und faszinieren mich schon sehr lange.
Können Sie uns konkret sagen, was „abstrakter Blues“ bedeutet?
Ich habe dieses Wortspiel gewählt, weil es sehr gut zum Cover, einem Gemälde von Uli Schmidt, passt und weil alle Stücke der CD in irgendeiner Form mit dem Blues zu tun haben, ob nun harmonisch oder im über­tragenen, textlichen Sinne. Die Texte und Themen der Stücke wie „Bluesette“, „Every­time We Say Goodbye“ oder „Idle ­Moments“ drehen sich allesamt um eher traurige Ereignisse im Leben, um Abschied, nicht erfüllte Wünsche, den Blues eben, der manchmal wahrer und präsenter ist, als man das gerne hätte.
Wie sind die Kompositionen entstanden?
Wie immer unter erschwerten Umständen! Ich habe das Album letzten Sommer konzipiert, fast schon nebenbei, da wir hier sehr beschäftigt waren mit unserer Initiative „Stuttgart braucht jungen Jazz“. Ich hatte mir die Sommermonate versucht frei­zuhalten, um in Ruhe arrangieren und schreiben zu können, aber es kommt eben immer anders, als man es plant. Somit war das Schreiben mein Urlaub von der restlichen arbeitsintensiven Zeit, was aber auch viel Freude gemacht hat.
Ihnen wurde kürzlich ein Lehrauftrag an der Stuttgarter Musikhochschule erteilt. Mit ­welchen Gefühlen haben Sie die Stelle ­angenommen?
Jetzt, da der Jazz- und Popstudiengang an der Musikhochschule Stuttgart erhalten bleibt, habe ich mich dann doch gefreut über diesen zweiten Lehrauftrag, ich bin ja seit fünf Jahren an der Hochschule für Musik Saar. Dadurch, dass ich selbst ein Ziehkind dieser Jazzabteilung bin, gewinnt dieser Lehrauftrag für mich eine besondere Bedeutung: Ich trete ja quasi in die Fußstapfen meiner ehemaligen Lehrerin Anika Köse, der ich erst mal gerecht werden muss. Ich ­habe sehr viel bei ihr gelernt.

Anne Czichowsky spielt an diesem ­Mittwoch um 20 Uhr im Theaterhaus Stuttgart. Karten: 07 11 / 4 02 07 - 20.

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