Eine japanische Schulklasse trifft am Hafen von Tokio zufällig Ministerpräsident Kretschmann mit seiner Frau und Botschafter Stanzel und die völlig aus dem Häuschen, einen deutschen Politiker zu sehen. Foto: fk

Bundesratspräsident und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich am Dienstag für eine weltweite Abkehr von der Atomkraft ausgesprochen und für einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien geworben.

Tokio - Bundesratspräsident und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich am zweiten Tag seiner Japanreise für eine weltweite Abkehr von der Atomkraft ausgesprochen und für einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien geworben. „Die Energiewende muss umweltfreundlich, bezahlbar und versorgungssicher sein“, sagte Kretschmann bei einem Treffen mit Abgeordneten des japanischen Parlaments in Tokio. Der Gast aus Stuttgart zeigte sich vor den Parlamentariern der Gruppe „AKW Zero“, die sich parteiübergreifend für den Atomausstieg einsetzt, überzeugt, dass „die grüne Technik zu einer neuen Leitindustrie“ werde.

Es sei entscheidend wichtig, „dass die Energiewende nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch durchschlagende Wirkung zeigt. Wir sind jedenfalls vom Erfolg überzeugt“, meinte Kretschmann und nannte den Umstieg zu den regenerativen Energie „eine neue industrielle Revolution“.

Zuvor hatte Kretschmann mit seiner Delegation die baden-württembergische Partnerprovinz Kanagawa besucht. Dabei ließ er sich von Gouverneur Yuji Kuroiwa die Anstrengungen der Provinz beim Ausbau der erneuerbaren Energien erläutern, vor allem im Bereich der Solarenergie. „Eine absolute Abhängigkeit von der Atomkraft ist nicht mehr denkbar“, sagte Kuroiwa mit Blick auf die Atomkatastrophe von Fukushima, es gehe jetzt beim Umstieg zu den erneuerbaren Energien „nur noch um die Geschwindigkeit“.

Kretschmann lud den Gouverneur für 2014 nach Baden-Württemberg ein, um Firmen und Forschungseinrichtungen zu besuchen. Im nächsten Jahr feiert die Partnerschaft zwischen beiden Provinzen ihr 25-Jahr-Jubiläum.

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