3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer auf dem Rad und ein Marathon auf dem Laufband: Jan Frodeno will den Ironman-Triathlon im eigenen Zuhause schaffen. Foto: dpa/Felix Rüdiger

In seiner spanischen Wahlheimat Girona herrsche wegen des Coronavirus große Not, sagt Ironman-Weltmeister Jan Frodeno. Deshalb will er mit einem Triathlon zuhause Spenden sammeln.

Girona - Ironman-Weltmeister Jan Frodeno will die Erlöse seines „Tri@home“ für Hilfsaktionen in Deutschland und in seiner Wahlheimat Spanien spenden. Der größere Teil sei für Girona bestimmt, erklärte der 38 Jahre alte dreimalige Ironman-Champion in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, „weil hier große Not herrscht, das Fußballstadion wird hier gerade als Notaufnahme vorbereitet“.

Frodeno bekommt auch Informationen zur Lage in der Stadt im Kampf gegen den Coronavirus vom „Kindermädchen, das bei uns gearbeitet hat, und eigentlich Krankenschwester ist“. Sie hatte sich jüngst freiwillig zurückgemeldet im Krankenhaus. „Es fehlt an allem, sogar am Essen für die Helfer, für die Ärzte und Schwestern, die nicht einmal Zeit haben, gegenüber zum Supermarkt zu gehen, um sich etwas zu essen zu holen“, sagte Frodeno. Er engagiert sich bereits zusammen mit einem Foodtruck-Besitzer und lässt den Helfern Mittagessen bringen.

Alte Menschen sterben allein in Quarantäne

Es gebe auch „wirklich krasse Horrorgeschichten“, berichtete Frodeno. Menschen über 75 Jahre würden aus Mangel an Geräten nicht mehr beatmet, sie bekämen Morphin gegen die Schmerzen. „Sie sterben in Quarantäne, sie sterben allein, da geht es für die Schwestern, auch für unser Kindermädchen, nicht nur um medizinische Betreuung, sondern auch um Seelsorge“, sagte Frodeno.

Mit seiner Aktion am kommenden Samstag will er den Menschen auch Mut machen. Er will zuhause - auch weil in Spanien Ausgangssperre herrscht - eine Ironman-Distanz absolvieren. Nach 3,8 Kilometern Schwimmen im neun Meter langen Pool mit Gegenstromanlage wird er 180,2 Kilometer mit dem Rad auf der Rolle fahren und abschließend einen Marathon auf dem Laufband absolvieren.

Andere Sportler sollen sich unter anderem per Online-Plattform dazu schalten können. „Wir wollen ein gemeinsames Erlebnis schaffen und es mit einem wohltätigen Zweck verbinden. Wir wollen helfen“, betonte Frodeno.

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