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Beim Thema Rente will die mögliche Jamaika-Koalition neue Akzente setzen. Das könnte teuer werde, kommentiert Roland Pichler.

Berlin - Die Lehren aus dem schlechten Wahlergebnis hat CSU-Chef Horst Seehofer schnell gezogen: Wenn es nach dem Christsozialen geht, soll sich die Jamaika-Koalition von ihrer sozialen Seite zeigen. Seehofer hat vor allem die Rente ausgesucht, um Wahlgeschenke unters Volk zu bringen. Seehofers Analyse ist dabei nicht ganz falsch: Bis auf die Erhöhung der Mütterrente und die Einführung der Rente mit 63 hat die große Koalition auf diesem Gebiet wenig zustande gebracht. Das soll sich ändern. Die Mütterrente soll weiter steigen und die Erosion des Rentenniveaus gestoppt werden. Zumindest bei der Stabilisierung des Rentenniveaus liegen Grüne und CSU nahe beieinander.

Der bisherige Verlauf der Verhandlungen lässt erwarten, dass CSU und Grüne ganz vorn mit dabei sind, wenn es um neue Leistungen in der Rente geht. Die Grünen wollen mit einer Garantierente gegen Altersarmut vorbeugen. Damit kündigt sich eine neue Allianz des Geldausgebens an. Dabei wird aber leicht übersehen, dass der Staat immer mehr Geld für Soziales ausgibt. CDU und FDP fällt der Part zu, auf das Machbare zu achten. Vieles mag zwar wünschenswert sein, doch am Ende kommt es darauf an, die Rentenfinanzen in der Balance zu halten. Die Rücklagen der Rentenversicherung sind schnell aufgebraucht. Jamaika steht die Ernüchterung noch bevor.

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