Die Polizei kontrolliert am Silvesterabend Personen und Taschen auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Nach der Absage der Silvesterfeier auf dem Schlossplatz hat ein Großaufgebot der Polizei das Feuerwerksverbot durchgesetzt. OB Nopper will diese Lösung beibehalten.

Sieht so die Silvester-Zukunft in der Stuttgarter Innenstadt aus? Das Riesenrad auf dem Schlossplatz schließt bereits am Nachmittag, der Platz ist mit Gittern eingegrenzt, ein Großaufgebot der Polizei kontrolliert Menschen und deren Taschen. Wer Feuerwerkskörper dabei hat, bekommt sie abgenommen, Bußgelder in vierstelliger Höhe drohen. Denn am Silvesterabend und in der Neujahrsnacht gilt innerhalb des gesamten City-Rings ein Verbot von Böllern und Raketen.

 

Geht es nach Oberbürgermeister Frank Nopper, dann sieht das Szenario beim nächsten Jahreswechsel ganz ähnlich aus. „Stuttgart hat eine weitgehend friedliche Silvesternacht erlebt. Im Vergleich der deutschen Großstädte gehörte Stuttgart erfreulicherweise zu den Städten, in denen es nur zu wenigen Vorkommnissen kam“, sagt er. Das Feuerwerksverbot im City-Ring in der Innenstadt sei „ richtig und wichtig“ gewesen. „Klare Regeln, konsequente Kontrollen und eine starke Polizeipräsenz haben gewirkt. Diesen Weg werden wir auch im kommenden Jahr fortsetzen“, so Nopper. Sein Dank gelte den Einsatzkräften sowie „den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die den Jahreswechsel verantwortungsvoll und angemessen gefeiert haben“.

Vor dem Jahreswechsel hatte das Szenario vor allem bei der Polizei für Stirnrunzeln gesorgt. In den vergangenen Jahren hatte eine offizielle Silvesterfeier auf dem Schlossplatz mit Musik Tausende fröhlich feiernde Menschen angelockt. Aus den aktuellen Sparzwängen heraus wurde sie jetzt aber nach einigen Wendungen abgesagt. Stattdessen gab es das Feuerwerksverbot innerhalb des kompletten City-Rings, also in weiten Teilen der Innenstadt. Eine Maßnahme, die die zeitweise bürgerkriegsähnlichen Zustände früherer Jahreswechsel besonders auf dem Schlossplatz verhindern sollte.

Das hat geklappt. Dieser Meinung des Oberbürgermeisters schließt sich auch die Polizei an. Noch am frühen Neujahrsmorgen veröffentlichte sie eine vorläufige Bilanz, die inzwischen aktualisiert worden ist. Die fällt positiv aus. Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz und des Polizeipräsidiums Stuttgart hätten im Laufe der Nacht „eine Vielzahl von Personen im Bereich des Schlossplatzes auf das Mitführen von Feuerwerkskörpern, Waffen und gefährlichen Gegenständen kontrolliert, welche bei Auffinden beschlagnahmt wurden“, sagt Sprecher Timo Brenner.

Viele suchen die Feier

34 Menschen sind wegen der Missachtung der Feuerwerksverbotszone angezeigt worden. Außerdem hat die Polizei vier verbotene Messer beschlagnahmt und 20 Straftaten gezählt. Auf dem Schlossplatz sei nur ganz vereinzelt Feuerwerk gezündet worden, sagt Brenner – die Tatverdächtigen seien festgenommen worden.

Dafür hat man allerdings sehr viel Aufwand betrieben. „Wir waren mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz. Die Maßnahmen der Stadt Stuttgart in Bezug auf die aufgestellten Gitter am Schlossplatz sowie der Erlass der Feuerwerksverbotszone bildeten eine gute Grundlage für das polizeiliche Einschreiten“, sagt Brenner. Wie viele Menschen letztlich auf den Schlossplatz gekommen sind, könne man nicht sagen.

Feuerwerk gab’s nur außerhalb des City-Rings. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Allerdings haben die eingesetzten Kräfte eine interessante Erfahrung gemacht: „Reihenweise“ seien sie von Menschen gefragt worden, wo denn die Stuttgarter Silvesterfeier stattfinde, berichtet Brenner. Offenbar hatte sich deren Absage nicht überall herumgesprochen. Die Polizei hat deshalb extra kurz vor Mitternacht in den sozialen Medien noch mal darauf hingewiesen, dass es auf dem Schlossplatz nichts zu bestaunen gibt – außer eines großen Polizeiaufgebots.