Wagemutige Skater brettern von Hohenstaufen aus talwärts. Foto: Horst Rudel

Von Juni bis Dezember: Ein kleiner Überblick über Themen, die in diesem Jahr den Blätterwald im Kreis Göppingen beherrscht haben – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

1. Juni: Zank mit der Parkhausgesellschaft Die Stadt Göppingen ist sauer auf die Parkhausgesellschaft, die unter anderem das Parkhaus Friedrichstraße betreibt. Anlass ist, dass sich die Gesellschaft nicht in größerem Umfang an der Finanzierung der geplanten grünen Wand am Kornhausplatz beteiligen will, der für viel Geld saniert wird. Der Streit spitzt sich zu. Die Stadt stellt Fragen zu Struktur und Organisation der Gesellschaft. Bei der Mitgliederversammlung erleidet die Kommune eine Schlappe: Die Mitglieder weigern sich, dem Antrag von Oberbürgermeister Guido Till zu folgen und die Entlastung des Aufsichtsrates zu verschieben, bis alle Antworten auf dem Tisch liegen.

24. Juni: Die alte Villa hat ausgedient Weil ihr bisheriges Domizil in einer alten Villa in der Franklinstraße zu klein geworden ist, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Jahnstraße neu gebaut. So charmant das historische Gebäude auch war, die Mitarbeiter weinen ihm nicht nach, denn in den modernen Büros lässt es sich besser schaffen – und so wird der Umzug froß gefeiert.

2. Juli: Salto rückwärts Die Nanz-Gruppe überrascht und begeistert viele Bürger, die sich um das Göppinger Stadtbild sorgen, mit einer Planänderung für die Apostelhöfe: Das alte Hotel soll zwar nach wie vor abgerissen werden. Der Neubau aber, der ebenfalls ein Hotel beherbergen soll, wird zur leicht modernisierten Rekonstruktion des historischen Gebäudes. Eine Sanierung, die sich viele gewünscht hatten, ist aus mehreren Gründen nicht möglich.

12. Juli: Wütende Pendler Bei einem öffentlichen Forum zu den anhaltenden Zugausfällen und Verspätungen auf der Filstalbahn machen Pendler ihrem Unmut Luft. Seit der Fahrplanänderung im Dezember 2016 nehmen die Probleme auf der Strecke kein Ende. Aus Sicht der Betroffenen haben die Bahn und das Land gleichermaßen versagt. Große Verbesserungen können die Verantwortlichen nicht versprechen, die sollen erst mit dem erneuten Fahrplanwechsel im Dezember 2017 kommen.

6. August: Mit 80 Stundekilometern bergab Beim dritten Staufen-Downhill pilgern Skater aus ganz Deutschland und darüber hinaus auf den Hohenstaufen. Die Rennstrecke den Berg hinab meistern nur die Könner. Doch auf dem Berg können sich auch Einsteiger an Tricks versuchen – und die Musik der zahlreichen Bands, die das Rahmenprogramm bestreiten, genießen ohnehin alle Besucher.

18. August: Turmbau zu Göppingen Der weithin sicht­bare Schuler Innovation Tower ist fertig – zwölf Stockwerke, 54 Meter hoch. Zur Einweihung kommt auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Kein Wunder, die neue Firmenzentrale des Weltkonzerns mit 750 Arbeitsplätzen gilt als richtungsweisend und als Bekenntnis zum Standort.

9. September: Müll-Pläne auf Eis Weil an einigen Messstellen leicht erhöhte Dioxinwerte im Boden gefunden worden sind, legt das Landratsamt die Überlegungen, die Müllmengen im Heizkraftwerk zu erhöhen, vorläufig auf Eis. Die Dioxinwerte seien zwar für Mensch und Umwelt ungefährlich, dennoch wolle man kein Risiko eingehen und herausfinden, was es damit auf sich habe, erklärt das Landratsamt. Die Debatte um den Wunsch des Heizkraftwerksbetreibers EEW hatte zuvor Wellen geschlagen. Umweltschützer­ befürchteten zusätzliche Belastungen.

24. September: Etablierte lassen Federn Das Ergebnis war absehbar, auch im Stauferkreis: Bei der Bundestagswahl haben die Abgeordneten Hermann Färber (CDU) und Heike Baehrens (SPD) zwar den Wiedereinzug ins Parlament geschafft, richtig glücklich sind die beiden aber nicht. Beide errangen weniger Stimmen als vier Jahre zuvor, außerdem zieht mit ihnen ein dritter Abgeordneter nach Berlin, auf dessen Begleitung sie wohl gerne verzichtet hätten: der AfD-Kreisvorsitzende Volker Münz.

19. Oktober: Brutaler Mord in Eislingen Ein eifersüchtiger Mann hat es nicht verwinden können, dass sich seine Frau von ihm getrennt und einen neuen Partner gefunden hatte. Das Ganze endet mit drei Toten: Der Mann lauert seiner Exfrau und deren Freund in einer Tiefgarage auf. Er tötet die beiden und anschließend sich selbst. Viele Eislinger sind schockiert, die drei Toten waren im Ort bekannt gewesen, sie hatten für die Stadt gearbeitet.

8. November: Das Ebercamp wird geschlossen Der Höhpunkt der Flüchtlingskrise ist überstanden, immer weniger Menschen suchen Zuflucht in Deutschland und damit auch im Kreis Göppingen. Der Kreis wird deshalb auch seine letzte Notunterkunft schließen, das Ebercamp mit seinen beheizbaren Zelten in Ebersbach.

11. Dezember: Zank zwischen Kliniken Mit einem Machtwort im Streit der Klinik am Eichert und des Christophsbads um Schlaganfall-Patienten erregt das Sozialministerium die Gemüter der lokalen Politiker und Ärzte. Die Entscheidung, dass künftig das Christophsbad für die Patienten zuständig sei, sorgt für Unmut. Die Kreisärzteschaft und der Kreistag stellen sich hinter die kreiseigene Eichert-Klinik­ und kritisieren den Minister. Dessen Entscheidung beruhte allerdings auf zwei Gutachten, die der Privatklinik wesentlich bessere medizinische Voraussetzungen bei der Behandlung der Patienten bescheinigen.