Ivo Colic hat sich beim Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers in den vergangenen Partien ins Rampenlicht gespielt. Worauf führt der Mittelfeldspieler den Aufschwung bei sich und der Mannschaft zurück?
Bei Ivo Colic ist im Fußballjahr 2022 der Knoten geplatzt. Der Mittelfeldspieler trägt maßgeblich zur Stabilität des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers bei. Vor dem Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den TSV Ilshofen nennt der 23-Jährige die Gründe für den Aufschwung und er erklärt, warum er neuerdings auch Tore schießt.
Herr Colic, nachdem Sie beide Treffer zum 2:1 in Linx vorbereitet hatten, folgte Ihre Torpremiere beim 7:0 in Neckarsulm, und nun haben Sie im Spiel beim Freiburger FC gleich mit dem zweiten Saisontor nachgelegt. Woran liegt Ihr Lauf?
Ich war ja im Sommer vom 1. FC Rielasingen-Arlen zu den Kickers gekommen und hatte ein bisschen Eingewöhnungszeit in der Hinrunde gebraucht. Dass ich mit meinen Qualitäten in der Oberliga den Unterschied ausmachen kann, daran habe ich nicht gezweifelt. Aber jetzt bin ich richtig angekommen.
Gab es einen Schlüsselmoment?
Nein, aber mitentscheidend ist, dass ich jetzt einen Tick offensiver eingesetzt werde. In der Hinrunde spielte ich den defensiveren Part, auf der Sechser- oder Achter-Position, da bin ich gar nicht so oft vors Tor gekommen. Jetzt spiele ich weiter vorne, auf der Zehn. Das kommt meiner Spielweise sehr entgegen, da ich sehr gerne den Gegner anlaufe und ins Pressing gehe.
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Warum läuft es insgesamt bei den Kickers so gut?
In unserem Team stimmt es einfach. Wir sind eine verschworene Einheit, wir sind Freunde und unternehmen auch viel privat zusammen. Denis Zagaria oder Luigi Campagna übernachten zum Beispiel auch mal bei mir.
Warum reicht es zum Direkt-Aufstieg?
Zunächst einmal hat dieser Verein eine enorme Wucht und Strahlkraft. Ich bin wirklich überwältigt, wie viel Leben in dem Verein und seinen Fans steckt. Sportlich gesehen haben wir die Luxus-Situation, dass wir nicht nach dem Gegner schauen müssen, sondern nur nach uns. Das haben wir uns hart erarbeitet. Natürlich kann im Sport immer etwas Unvorhergesehenes passieren, aber ich bin ganz sicher, dass wir es packen – und der SGV Freiberg darf uns dann gerne über die Aufstiegsspiele in die Regionalliga begleiten (lacht).
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Was sagen Sie zum Wechsel Ihres Ex-Trainers Ramon Gehrmann zum SGV?
Das hat mich extrem überrascht, aber für Ramon als Mensch und Fußballer auch sehr gefreut. Er hat mich vom 1. FC Rielasingen-Arlen zu den Kickers geholt, jetzt trainiert er beim SGV zudem auch einen meiner besten Freunde, Christian Mauersberger, mit dem ich in Rielasingen zusammen spielte.
Sie stammen aus Nürtingen und das Jura-Studium in Konstanz hatte Sie an den Bodensee gezogen.
Ja, das hat sich wirklich optimal ergeben. Nach meiner Jugendzeit beim FV 09 Nürtingen, dem FC Frickenhausen und dem SSV Reutlingen, konnte ich nach der Zeit beim Verbandsligisten VfL Sindelfingen beim 1. FC Rielasingen-Arlen zwei Jahre wertvolle Erfahrungen in der Oberliga sammeln.
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Wie weit ist Ihr Studium und wie wollen Sie es künftig nutzen?
Ich stecke derzeit mitten in den Examens-Vorbereitungen. Als Jurist stehen mir alle Türen offen. Mein ganzes Leben dreht sich um den Sport und den Fußball. Wenn ich das irgendwann einmal verknüpfen könnte, wäre das optimal.
Hatten Sie ein fußballerisches Vorbild?
Ich habe ja kroatische Wurzeln, auch von daher schwärme ich schon immer für Luka Modric.
Am kommenden Samstag (14 Uhr) geht es im Heimspiel gegen den Tabellen-Vorletzten TSV Ilshofen. Von der Papierform her eine klare Sache.
Ja, wir sind klarer Favorit, aber in dieser Liga wäre es fahrlässig, einen Gegner zu leicht zu nehmen. Zudem hat Ilshofen zuletzt den SV Oberachern klar mit 5:1 besiegt.
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Dennoch dürfte es der SGV Freiberg am Samstag gegen den 1. CfR Pforzheim etwas schwerer haben.
Pforzheim gehört für mich zu den besten und stabilsten Teams der Liga. Vor unserem Spiel gegen den 1. CfR habe ich gesagt, dass ein Sieg gegen sie ein großer Schritt für uns Richtung Meisterschaft ist. Wir haben 1:0 gewonnen, jetzt sind die Freiberger gegen Pforzheim an der Reihe. Aber noch einmal: Wir müssen einfach nur unsere Spiele gewinnen. Wenn wir nach unseren 90 Minuten noch ein schönes Ergebnis von einem anderen Sportplatz erfahren, dann ist das ein angenehmer Nebeneffekt.
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Restprogramm von Kickers und SGV
23. April, 14 Uhr: Kickers – TSV Ilshofen, 14 Uhr: SGV – 1. CfR Pforzheim
27. April, 18.30 Uhr: 1. FC Bruchsal – Kickers, 18.30 Uhr: Freiburger FC – SGV
30. April, 16 Uhr: Kickers – FSV 08 Bietigheim-Bissingen, 14 Uhr: SGV – TSV Ilshofen
4. Mai, 19 Uhr: Kickers – 1. FC Rielasingen-Arlen, 18.45 Uhr: SGV – FC 08 Villingen
7. Mai, 17 Uhr: 1. Göppinger SV – Kickers, 15.30 Uhr: 1. FC Bruchsal – SGV
14. Mai, 14 Uhr: Kickers – FV Lörrach-Brombach, 14 Uhr: SGV – FSV 08 Bissingen
21. Mai WFV-Pokal-Finale (Uhrzeit offen): Kickers – SSV Ulm 1846
21. Mai, 14 Uhr: 1. Göppinger SV – SGV
25. Mai, 19 Uhr: FC Nöttingen – Kickers
28. Mai, 15.30 Uhr: Kickers- SV Oberachern, 15,30 Uhr: SGV – FV Lörrach-Brombach
4. Juni, 15.30 Uhr: SF Dorfmerkingen – Kickers, 15.30 Uhr: FC Nöttingen – SGV