Francesca Fontino serviert in ihrem Feinkostgeschäft auch frisch gebrühten Kaffee. Foto: Annina Baur

Ohne Kaffee ist nichts los in Italien: Das koffeinhaltige Gebräu gehört mehrmals täglich auf den Speiseplan, wichtig ist neben dem Geschmack auch die Optik mit der perfekten Crema.

Bad Cannstatt - Cappuccino, Latte Macchiato und Espresso: Schon allein die Namen klingen nach Italien und Dolce Vita. Und tatsächlich lieben die Italiener Kaffee, erzählt die Cannstatter Italienerin Francesca Fontino. Ob zum Aufwachen morgens, nach dem Essen oder wenn Besuch kommt: das koffeinhaltige Gebräu darf nicht fehlen. Kurz, schnell und vor allem wirkungsvoll muss er sein, der perfekte Espresso, nicht zu vergessen die perfekte Crema, die ein bisschen wie die Flecken eines Leopardenfells aussehen soll, nur in Brauntönen. „Dafür sollte der Kaffee am besten frisch gemahlen werden, je nach Witterung gröber oder feiner“, erklärt die Cannstatterin und verrät: „Bei feuchter Witterung muss die Mühle gröber eingestellt werden als bei trockenem Wetter.“

Gänzlich unbekannt in Italien ist dagegen das deutsche Kaffee und Kuchengedeck am Nachmittag oder die Sitte, lieber einen schwächeren Kaffee zu brauen, um mehr trinken zu können. „Wenn die Italiener mehr Flüssigkeit wollen, beispielsweise bei einem Schwatz bei mir im Laden, dann bestellen sie einen Cappuccino.“ Bei ihren Stammkunden weiß Francesca Fontino natürlich sowieso, wie sie ihren Kaffee am liebsten mögen – und es gibt nur zwei Varianten, bei denen sie sich schütteln muss: Espresso mit Süßstoff, das geht gar nicht, findet die 34-Jährige. Und vielleicht noch schlimmer für ihren Geschmack: „Ich verstehe nicht, wie manche einen doppelten Espresso ohne Zucker trinken können. Das Leben ist doch schon bitter genug“, sagt sie schmunzelnd, bevor sie an ihrem Espresso nippt.

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