Markenzeichen Fernsehturm: Die Region Stuttgart könnte sich zum Hightech-Standort im Stil eines Silicon Valley entwickeln Foto: dpa

In die Diskussion um einen Stuttgarter IT-Komplex à la Silicon Valley kommt Bewegung: Nach GFT-Chef Dietz liebäugeln auch Bitkom-Chef Dirks und Minister Schmid mit dem Konzept.

Stuttgart - Der Chef des High-Tech-Branchenverbandes Bitkom, Thorsten Dirks, hat einen IT-Komplex nach dem Vorbild des ­Silicon Valley in der Region Stuttgart angeregt. „Im Silicon Valley hat man große ­IT-Unternehmen wie HP oder Oracle mit Forschern, Wagniskapitalgebern und talentierten jungen Menschen zusammengebracht. So etwas ließe sich auch in der ­Region Stuttgart realisieren, zum Beispiel rund um den Automobil- oder Maschinenbau“, sagte Dirks im Interview mit unserer Zeitung. Der Bitkom diskutiere momentan mit Unternehmen, wie man mit Start-ups die Industrie besser digitalisieren könne. Dafür wolle man Industrie, Mittelständler, Existenzgründer, Risikokapital und Forschung an einem Ort zusammenbringen, einem sogenannten Hub.

Ein ähnliches Konzept hatte vor kurzem der Chef des Stuttgarter IT-Dienstleisters GFT, Ulrich Dietz, im Gespräch mit unserer Zeitung angeregt. Dietz ruft die Unternehmer der Region dazu auf, neue Firmen in den Zukunftsbereichen Mobilität und vernetzte Industrie zu gründen und hat kürzlich selbst einen Start-up-Campus eröffnet, der Existenzgründer mit etablierten Unternehmern zusammenbringen will.

„Jetzt geht es darum, diese Stärken zu verheiraten“, sagt der Finanzminister

Auch Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) unterstützt das Hub-Konzept. Das Land sei ein weltweit führender Standort im Bereich der Unternehmenssoftware; der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilbranche bildeten das Rückgrat der Wirtschaft, betonte Schmid: „Jetzt geht es darum, diese Stärken zu verheiraten. Wir werden das Silicon Valley sicher nicht kopieren, wir können aber auf unsere eigene Weise mindestens genauso erfolgreich sein.“

Die Digitalbranche ist laut Bitkom weiter auf Wachstumskurs. In diesem Jahr sollen mindestens 20 000 Beschäftigte eingestellt werden, sagte Dirks. Besonders gefragt sind Daten- und Sicherheitsspezialisten.

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