Nach kurzer Zeit werden die Aktivisten der Gruppe Istanbul Pride von der Polizei angegriffen. Foto: AP

Mehrere Hundert Menschen haben trotz eines Verbots für die Rechte von Homosexuellen und Transgendern in Istanbul demonstriert. Die Polizei setzte gegen die Aktivisten Tränengas ein.

Istanbul - In Istanbul sind LGBTI-Aktivisten trotz eines Demonstrationsverbots durch die türkischen Behörden für die Rechte von Homosexuellen und Transgendern auf die Straße gegangen. Mehrere Hundert Menschen kamen am Sonntag zusammen, sie jubelten und schwenkten Regenbogenfahnen. Den Organisatoren gewährte die Polizei eine kurze Stellungnahme an die Medien, danach wurde Tränengas eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben. Polizeihunde waren ebenfalls vor Ort.

Aktivisten der Gruppe Istanbul Pride wollten weiter dafür werben, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in den türkischen Gesetzen berücksichtigt wird. Das Gouverneursbüro habe einen Marsch auf dem zentralen Taksim-Platz sowie auf einem für Demonstrationen vorgesehenen Platz westlich der Stadt untersagt, so Istanbul Pride.

Behörden lehnten alle Vorschläge im Vorfeld ab

Amnesty International hatte die Türkei in dieser Woche aufgefordert, das „willkürliche Verbot“ aufzuheben. Die Behörden hätten alle Standortvorschläge für einen Umzug in der Stadt abgelehnt. Zudem hätten sie die Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) als „gesellschaftlich bedenklich“ gebrandmarkt, beklagte die Menschenrechtsgruppe.

2014 waren bis zu 100.000 Menschen in der türkischen Metropole zusammengekommen, um die vielfältigen Formen sexueller Identität zu feiern. Seither hat die Polizei solche Aufmärsche blockiert.

Menschenrechtler kritisieren eine weit verbreitete Diskriminierung von Homosexualität in der Türkei, obwohl sie dort seit Jahrzehnten legal ist.

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