Bei einem Angriff auf den Club Reina in der Silvesternacht waren 39 Menschen getötet worden. Der Täter soll nun gefasst worden sein. Foto: AP

Laut Medienberichten ist der Mann, der ein Attentat mit 39 Todesopfern im Club Reina in Istanbul verübt hat, gefasst worden.

Istanbul - Gut zwei Wochen nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub ist der mutmaßliche Attentäter gefasst. Die türkische Polizei nahm den Mann bei einem Großeinsatz in der Nacht zum Dienstag in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt fest, wie der staatliche Fernsehsender TRT berichtete. Dort habe er sich gemeinsam mit seinem vier Jahre alten Sohn aufgehalten. Auch vier weitere Verdächtige wurden festgenommen.

Bei dem Anschlag auf den Nachtclub „Reina“ hatte ein Angreifer in der Silvesternacht 39 Menschen erschossen, darunter 27 ausländische Partygäste. Zu dem Anschlag hatte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Die türkischen Behörden hatten Fahndungsfotos von dem mutmaßlichen Täter veröffentlicht, der nach dem Anschlag zunächst hatte fliehen können.

Türkische Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, bei dem Verdächtigen handele es sich nach Überzeugung der Ermittler um einen 34-jährigen Usbeken, der einer zentralasiatischen IS-Zelle angehöre. Laut einem Bericht der Nachrichtensenders NTV wurde der Verdächtige kurz nach Mitternacht in einem Wohnviertel im europäischen Teil Istanbuls festgenommen. Wie TRT berichtete, handelte es sich um einem gemeinsamen Einsatz der Polizei und des türkischen Geheimdienstes MIT.

Dank „im Namen der Nation“

Ein von der Nachrichtenagentur Dogan veröffentlichtes Foto zeigte den Festgenommenen mit Blut auf Gesicht und T-Shirt, wie er von einem Polizisten am Hals festgehalten wird. Der Verdächtige wurde nach einer ärztlichen Untersuchung zu Vernehmungen ins Polizeihauptquartier in Istanbul gebracht, sein Sohn wurde in die Obhut des Sozialamts gegeben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Weitere Polizeieinsätze in der Stadt seien im Gange, berichtete die Agentur, ohne Einzelheiten zu nennen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bedankte sich „im Namen der Nation“ bei der Polizei und bei Innenminister Süleyman Soylu für den Fahndungserfolg, wie er im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb.

Anadolu gab den Namen des Verdächtigen mit Abdulgadir Mascharipow an. Laut der Agentur Dogan trug er den IS-Kampfnamen Ebu Mohammed Horasani. Laut Anadolu wurden bei dem Polizeieinsatz insgesamt fünf Menschen festgenommen, neben dem mutmaßlichen Attentäter drei Frauen aus Ägypten, Somalia und dem Senegal und ein aus Kirgistan stammender Mann. Wie NTV berichtete, lebte der mutmaßliche Attentäter in der Mietwohnung des festgenommenen Kirgisen. Die Polizei hatte seinen Aufenthaltsort demnach schon vor drei Tagen aufgespürt, ihn aber zunächst noch observiert, um auch mögliche Komplizen festnehmen zu können.

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