Unter großen Sicherheitsvorkehrungen wurde der mutmaßliche Islamist Salah Abdeslam vernommen. Foto: AP

Eigentlich wollte er auspacken. Doch nun schweigt Salah Abdeslam vor den Ermittlern. Seine Rolle bei den Terrorattacken von Paris bleibt damit weiter im Dunkeln.

Paris - Bei der Aufklärung der Terroranschläge von Paris müssen französische Ermittler zunächst auf Aussagen des vermutlich einzig überlebende Terroristen verzichten. Bei seiner ersten Vernehmung nach der Auslieferung aus Belgien verweigerte der mutmaßliche Islamist Salah Abdeslam die Aussage. Sein Mandat habe von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht, sagte Anwalt Frank Berton am Freitag in Paris.

Die Staatsanwaltschaft geht wegen Beteiligung an terroristischen Taten und Mord gegen den mutmaßlichen Islamisten vor. Der 26-Jährige hat sich dazu aus Sicht der Ermittler einer terroristischen Vereinigung angeschlossen. Abdeslam war Mitte März in Belgien festgenommen und Ende April an Frankreich ausgeliefert worden.

„Salah Abdeslam entscheidet über den Moment, wenn er reden will“, sagte Anwalt Berton Journalisten nach dem Termin im Justizpalast. Die isolierte Inhaftierung mit Videoüberwachung sei „ganz sicher ein großes Problem“ für seinen Mandanten. Abdeslam ist in Fleury-Mérogis südlich von Paris einzeln untergebracht, seine Zelle wird ständig kontrolliert. Der 26-Jährige war mit einem von Spezialeinheiten und einem Hubschrauber gesicherter Fahrzeugkonvoi zu dem Termin in die Hauptstadt gebracht worden.

Abdeslam wird Beteiligung an den Pariser Attentaten vom 13. November mit 130 Todesopfern vorgeworfen. Er soll zu dem Kommando gehört haben, das drei Sprengsätze am Stade de France zündete. Dort spielte an dem Abend die französische Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf. Unklar ist, ob er auch an der Vorbereitung der Brüsseler Anschläge vom März mit 32 Todesopfern beteiligt war.

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