US-Kriegsschiffe – hier die USS Arlington – nehmen Kurs auf den Nahen Osten. Foto: dpa

Am Persischen Golf wachsen die Spannungen – verbalen Beteuerungen zum Trotz. Ähnlichkeiten mit der Situation vor dem Feldzug gegen den Irak liegen auf der Hand, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Mike Pompeo hat gesagt, die USA suchten nicht den Krieg mit dem Iran. Das wäre gut – wenn man dem US-Außenminister denn glauben könnte. Denn Pompeo hat auch gesagt, dass sich sein Land zur Wehr setzen werde, wenn nötig. Und er hat klargemacht, dass die USA Teheran auch die Taten zurechnen, die durch die Verbündeten des Mullah-Regimes verübt werden. Davon gibt es einige, und die sind nicht alle zu 100 Prozent steuerbar. Unter dem Strich hat Pompeo damit nur sehr oberflächlich von Frieden gesprochen, die USA haben vielmehr die Hintertür für einen Militäreinsatz sperrangelweit geöffnet.

Alles schon mal da gewesen

Die Anzeichen dafür mehren sich. Der Abzug von Mitarbeitern aus dem Nachbarland Irak, der wuchtige Widerspruch Washingtons gegenüber einem britischen General, der keine erhöhten iranischen Aktivitäten erkennen mag. Wenn die US-Administration dann von Geheimdienstmaterial redet, welches die iranische Gefahr belege, denkt man an Colin Powell, der 2003 vor den UN mit ähnlichen Belegen die Gefährlichkeit des Irak erklärte. Heute schämt sich der ehemalige US-Außenminister dafür, so den Irakkrieg autorisiert zu haben. Die Welt kann nur hoffen, dass die Informationen heute richtig gedeutet werden – damit sich später nicht wieder jemand schämen muss.

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