Ein Bild aus der Vergangenheit: Fabian Hambüchen an den Ringen – der Turn-Olympiasieger hat seine internationale Karriere beendet. Foto: dpa

Ohne Fabian Hambüchen geht an diesem Wochenende der DTB-Pokal in der Porsche-Arena über die Bühne. „Neue Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Bundestrainer Andreas Hirsch.

Stuttgart - Eine Ära ist zu Ende – ohne den Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen geht an diesem Wochenende der DTB-Pokal in der Stuttgarter Porsche- Arena über die Bühne. „Neue Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Bundestrainer Andreas Hirsch.

Herr Hirsch, als Bundestrainer der Männer waren Sie schon oft in der Turn-Hochburg Stuttgart. Mit welchen Gefühlen kommen Sie hier her?
Nur mit positiven. Seit der WM 2007 freue ich mich jedes Mal auf Stuttgart.
Damals holte Fabian Hambüchen in der Schleyerhalle Gold am Reck.
Ja. es war fantastisch. Die Stimmung, die Gastfreundschaft – und unsere Erfolge. Ich erinnere mich immer an 2007, wenn ich nach Stuttgart komme. An ein begeisterungsfähiges, fachmännisches Publikum.
An diesem Wochenende steigt in der Porsche-Arena der DTB-Pokal, 2019 findet wieder eine Turn-WM in der Landeshauptstadt statt, dann schließt sich der Kreis. Fabian Hambüchen wird dann nicht mehr dabei sein, er ist nach seiner Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio zurückgetreten. Wie wollen Sie ohne Ihr Zugpferd eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen?
Fabian war und ist sicher das Gesicht des deutschen Turnens, sowohl von seinen Leistungen als auch von seiner Popularität her, keine Frage. Wir haben ohne ihn aber noch andere Eisen im Feuer. Ohne Fabian ergibt sich eine neue Konkurrenzsituation. Andere, die bisher nicht so im Vordergrund standen, können sich aufdrängen – und neue Konkurrenz belebt das Geschäft.
Fabian Hambüchen aber hinterlässt eine große Lücke in einem deutschen Team, das in den Mannschaftswettbewerben ohnehin weit weg ist von der Weltspitze. Wer kann die Lücke ansatzweise schließen?
Marcel Nguyen zum Beispiel hat seine Klasse oft genug gezeigt, er wird im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio auch wieder im Team turnen.
Und sich nicht – wie von ihm kommuniziert – nur auf seine Paradegeräte Barren, Reck und Ringe konzentrieren?
Ja. Das hat mit veränderten Regularien im Weltverband zu tun. Vereinfacht gesagt, kann man sich als Turner nicht mehr für die Olympischen Spiele qualifizieren, wenn man nicht über den Teamwettbewerb und damit über mehrere Geräte kommt. Marcel kann sich auch mit dieser Rolle anfreunden.
Wer soll sich neben Nguyen noch zum Zugpferd entwickeln?
Andreas Bretschneider, Andreas Toba, Lukas Dauser, Philipp Herder, Sebastian Krimmer – das sind nur einige Namen, die schon länger bei uns dabei sind. Wir müssen eine neue Hierarchie entwickeln
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