Matthias Schöck (li., neben Vorgänger Herbert Rösch): Der WFV-Chef befürchtet nach Özils Rücktritt keine negativen Auswirkungen auf die Basis. Foto: Baumann

Matthias Schöck, der Präsident des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), hat auch nach den Turbulenzen rund um den Rücktritt von Mesut Özil Vertrauen in die handelnden Personen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Stuttgart - Der Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schlägt hohe Wellen. WFV-Präsident Matthias Schöck glaubt nicht, dass der Rückzug ein fatales Signal für die Integrationsbemühungen an der Basis ist.

Herr Schöck, schön, dass Sie sich kurz Zeit nehmen. Es gibt also keinen Maulkorb für die Landesfürsten?
Nein. Wir Präsidenten der Regional- und Landesverbände des DFB sind am vergangenen Donnerstag viereinhalb Stunden lang mit Verbandspräsident Reinhard Grindel und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zusammengesessen. Sie haben uns ihre Sicht der Dinge geschildert. Wir sind über alles sehr gut informiert, jeder Schritt war wohl überlegt.
Haben Sie mit dem Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft und einer solchen Abrechnung mit dem deutschen Fußball und speziell DFB-Chef Grindel gerechnet?
Nachdem die ersten Meldungen im Laufe des Sonntags kamen, musste man damit rechnen. Ich möchte mich jetzt nicht auch noch – wie so viele andere – ausführlich dazu äußern. Ich wünsche mir nur, dass die ganze Diskussion mehr auf die sachliche Ebene kommt.
Ein deutscher Nationalspieler tritt zurück, weil er sich rassistisch angefeindet fühlt. Ist dies nicht ein fatales Symbol für die Integrationsbemühungen an der Basis?
Ich kann nicht definitiv sagen, wie sich das Ganze auswirkt, aber ich befürchte keine negativen Auswirkungen. Ich weiß, was der Fußball an der Basis geleistet hat und auch in Zukunft leisten wird. Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland. Der DFB und seine Landesverbände steht für Vielfalt, von den Vertretern an der Spitze bis zu den unzähligen, tagtäglich engagierten Menschen an der Basis.
Der Druck auf Reinhard Grindel wird immer größer. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis er von seinem Amt zurücktritt?
Ich sehe keinen Anlass für einen Rücktritt.
Warum?
Weil ich ihn und sein Handeln sehr gut kenne und schätze. Er ist ist sehr guter DFB-Präsident. Daran habe ich keinen Zweifel.

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