Die Waldorfschüler zeigen das Drama „Hexenjagd“. Foto: Waldorfschule Silberwald

Am 30. November, 1. Dezember und 2. Dezember zeigen die Zwölftklässler der Waldorfschule Silberwald in Sillenbuch das Theaterstück „Hexenjagd“. Wir haben den Lehrer Hagen Henning gefragt, warum das in diesem so Jahr so etwas Besonderes ist – und was hinter dem sogenannten Zwölftklassspiel steckt.

Sillenbuch - Am 30. November, 1. Dezember und 2. Dezember zeigen die Zwölftklässler der Waldorfschule Silberwald in Sillenbuch das Theaterstück „Hexenjagd“. Wir haben den Lehrer Hagen Henning gefragt, warum das an der Schule in diesem so Jahr so etwas Besonderes ist – und was hinter dem sogenannten Zwölftklassspiel steckt.

Herr Henning, zum ersten Mal gibt es an der Waldorfschule Silberwald ein Zwölftklassspiel. Warum ist das etwas Besonderes?
Da es unsere Schule ja erst seit 2006 gibt, sind die jetzigen Zwölftklässler unsere Pionierklasse; sie waren die ersten Schüler und machen alles zum ersten Mal. Damit setzt die Klasse jedes Mal auch Maßstäbe für die Jüngeren. Dass es nun zum ersten Mal das große Theaterstück der Zwölftklässler gibt, ist also eine echte Premiere.
Was steckt hinter dem Zwölftklassspiel an Waldorfschulen?
An Waldorfschulen markieren die Klassenspiele in der achten und der zwölften Klasse Schnittpunkte im Leben des jungen Menschen. Das Achtklassspiel symbolisiert den Übergang ins Jugendalter, das Zwölftklassspiel den Eintritt in das Erwachsensein und den Abschied von der Schule. Konkret beschäftigt sich die gesamte Klasse über einen längeren Zeitraum mit einem Drama. Es hat nicht nur jeder einzelne Schüler eine eigene Rolle in dem Theaterstück, sondern die Schüler kümmern sich auch selbst um das Bühnenbild, Kostüme, Maske und so weiter. Das ist wie eine Art Sozialpraktikum: Jeder Schüler bringt seine Stärken und Schwächen ein, und man lernt sich dadurch noch etwas besser kennen als bisher.
Worum geht es in dem Stück an der Waldorfschule Silberwald?
Wir spielen das Drama „Hexenjagd“ von Arthur Miller. Das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1692 in einem puritanischen Dorf in Nordamerika. Dort kommt es plötzlich zu einem Ausbruch von Massenhysterie und Hexenwahn, da sich einige Mädchen merkwürdig verhalten. Weil alle sehr stark verunsichert sind, fangen die Mädchen an, verschiedene Bewohner des Dorfs der Hexerei zu verdächtigen. Nur ein Bauer behält den klaren Kopf und zeigt, wie wichtig es ist, Ängsten und Machthunger nicht nachzugeben.
Wie fiel die Wahl auf dieses Stück?
Die Schüler haben sich gemeinschaftlich für dieses Drama entschieden. Die Geschichte rund um Gerüchte, Vermutungen und Hörensagen ist derzeit wieder höchst aktuell – man muss nur beispielsweise an das Verhalten von Politikern wie Donald Trump auf Twitter denken.

Termine: Die Schüler zeigen das Stück „Hexenjagd“ am Donnerstag, Freitag und Samstag, 30. November, 1. und 2. Dezember, jeweils von 19.30 Uhr an im Saal der Waldorfschule Silberwald, Kemnater Straße 21. Der Eintritt ist frei, wegen des begrenzten Platzes wird jedoch um eine Kartenbestellung unter 07 11/ 90 75 43 00 oder per Mail an info@silberwald.org gebeten. Spenden sind herzlich willkommen.

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