Mal kurz mit schmutzigen Händen: Roland Emmerich bei der Filmpremiere in Hollywood Foto: Getty

Vor zwanzig Jahren wurde der Sindelfinger Roland Emmerich mit dem Science-Fiction-Thriller „Independence Day“ zum Regiestar in Hollywood. Nun bringt er eine Fortsetzung in die Kinos: „Independence Day: Wiederkehr“. Ob es wohl wieder so ordentlich kracht?

Herr Emmerich, wo haben Sie den „Indendence Day“-Star Will Smith gelassen?
Will war begeistert von der Idee einer Fortsetzung. Leider hat sich das Projekt um zwei Jahre verzögert. Als wir mit dem ersten Drehbuch-Entwurf fertig waren, hatte Will gerade „After Earth“ abgedreht, wo es ebenfalls um einen Vater-Sohn-Konflikt ging. Diese Rolle wollte er nun nicht nochmals spielen. Ich war sehr enttäuscht und dachte, der Film wird damit nicht stattfinden.
Wie hat es dennoch geklappt ?
Meine Schwester Ute und andere meinten, das Drehbuch sei so stark, ich solle es eben einfach umschreiben. Allerdings war ich mit anderen Projekten befasst und der nächste Film ist immer der wichtigste. Vor zwei Jahren wurde mir dann klar, dass die letzte Chance gekommen war, weil das 20-Jahr-Jubiläum vor der Tür stand. Ich traf zwei junge Autoren, die die ursprüngliche Version in vier Wochen radikal umgeschrieben haben – und das Studio war begeistert.
„Independence Day“ war ein enormer Kassenerfolg. Üblicherweise folgt da schnell ein zweiter Teil. Weshalb hat es bei Ihnen so lange gedauert?
Ich habe mich lange gegen eine Fortsetzung gewehrt, weil ich nicht so recht wusste, was man Neues bieten könnte. Bei „2012“ sind mir die neuen Möglichkeiten durch den technologischen Fortschritt allerdings deutlich geworden: Wir drehten erstmals mit einer digitalen Kamera und hatten 1.500 Effektaufnahmen, was ein absoluter Rekord für mich war. Die Ergebnisse haben mir so gut gefallen, dass ich mir nun eine Fortsetzung vorstellen konnte – denn nun würden wir viel fantastischere Effekte bieten können.
War die gute alte Methode, mit Modellen zu drehen, nicht gemütlicher?
Die Methode mit Modellen war durchaus romantisch, aber zugleich sehr frustrierend. Rückblickend fühlt sich das alles an wie eine Steinzeit: Man kann sich gar nicht vorstellen, wie man das damals alles hinbekommen hat. Heute kann man fantastische Bilder erzeugen, die fast surreal sind.
Ihr Vater hat mit Motorsägen ein großes Unternehmen aufgebaut, wie groß ist Ihre technische Begabung?
Ich verstehe überhaupt nichts von Technik – aber ich bin sehr smart. (lacht) Bei einem Computer muss man nichts kapieren, man muss nur wissen, was man will. Die Spezialisten für visuelle Effekte werden wie Schauspieler besetzt. Die Königin der Aliens hat die Firma von Peter Jackson gemacht, die kleineren Außerirdischen das Team, das einst „District 9“ ausgestattet hat. Und deutschen Effektleute haben die Lande-Sequenz des UFOs übernommen, weil sie sehr gut mit Wasser und Feuer umgehen können.
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