Al-Baschir regierte den Sudan drei Jahrzehnte lang – bis zu seinem Sturz durch die Armee Anfang April 2019. Foto: dpa/Mohamed Khidir

Wie die Übergangsregierung im Sudan ankündigt, will das Land den früheren Machthaber Omar al-Baschir an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern. Gegen den 76-Jährigen liegen diverse Haftbefehle vor.

Frankfurt am Main - Der Sudan will den früheren Machthaber Omar al-Baschir an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern. Dies kündigte die Übergangsregierung des Landes am Dienstag laut Medienberichten an. Man habe sich darüber mit Milizen aus Darfur geeinigt, sagte Mohammed Hassan al-Taischi, Mitglied des Übergangsrates in der südsudanesischen Hauptstadt Juba laut dem sudanesischen Sender Radio Tamazuj. Gegen den 76-jährigen Al-Baschir liegen Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Kriegsregion Darfur vor.

Al-Baschir regierte den Sudan drei Jahrzehnte lang autokratisch bis zu seinem Sturz durch die Armee Anfang April 2019. Seitdem ist er wegen Korruptionsvorwürfen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum inhaftiert. „Wir haben vereinbart, dass alle, gegen die Haftbefehle vorliegen, vor dem Internationalen Strafgerichtshof erscheinen werden“, sagte Al-Taischi. Nur so können eine Übergangsjustiz und Heilung erreicht werden.

Die Übergangsregierung, die aus Zivilisten und Soldaten besteht, war sich lange nicht einig über eine Auslieferung des früheren Präsidenten. Doch der Sudan braucht dringend internationale Hilfe und strebt eine Aufhebung der Sanktionen aus Al-Baschirs Zeiten an. Zuletzt rief Premierminister Abdalla Hamdok die UN zu Unterstützung für den Friedens- und Demokratisierungsprozess auf.

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