Der Film „Frühling“ von Moritz Mayerhofer erzählt in malerischen Bildern das Erwachen der Welt aus einem unendlichen Winterschlaf. Mit der Biene als Protagonistin. Foto: Hugo Wolf Akademie

Moritz Mayrhofer hat für die Internationale Hugo Wolf Akademie den Animationsfilm „Frühling“ produziert. Zu den Klängen von Hugo Wolfs Mörike-Lied „Er ist's“, interpretiert von der weltbekannten Sopranistin Christiane Karg und dem Pianisten Burkard Kehring, erwacht die Welt aus dem Winterschlaf.

Es ist vielleicht das bekannteste Frühlingsgedicht – zumindest im deutschsprachigen Raum: „Er ist’s“ von Eduard Mörike. Wer kennt sie nicht, die Anfangszeilen vom „blauen Band“, das der Lenz durch die Lüfte flattern lässt? Ganz schön romantisch. Das ist vielleicht der erste Gedanke, der einem zu den Zeilen aus dem Jahre 1829 durch den Kopf schießt. Doch Moritz Mayerhofer macht jede Versuchung, einem solchen Klischee zu erliegen, mit seinem kleinen Animationsfilm zunichte. „Als Filmemacher möchte man Kontraste haben, um eine spannende Geschichte zu erzählen“, erklärt er.

Seit Ostern ist die kleine Produktion auf der Homepage der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie zu finden, wo sie mittlerweile über 120.000 Klicks zählt. Auch ein Making-of-Clip zum Video gibt es.

Hugo Wolf ist nicht der erste und auch nicht der einzige, der Mörikes Zeilen vertont hat. Aber seine Komposition aus dem Jahre 1888, dargeboten von der Sopranistin Christiane Karg und dem Pianisten Burkhard Kehring, mag den Absolventen der Filmakademie Ludwigsburg dazu inspiriert haben, eine Visualisierung zu schaffen, die gemischte Gefühle hinterlässt.

Klänge aus dem 19. Jahrhundert treffen auf aktuelle Technologie

Protagonistin seines Films ist: eine Biene. Als Eis und Schnee anfangen zu weichen, macht sie sich auf zu einem Erkundungsflug, um Nahrung für ihr Volk zu suchen. Da bricht die Wolkendecke auf und zeigt ein Stück blauen Himmel. Doch was die Biene vorfindet, ist keine heile Welt, keine Idylle. Im Gegenteil: die ersten Blumen, auf die sie trifft, sind Abbildungen auf einem Giftbehälter. Und doch erblühen nach und nach die Veilchen, und sie weckt ihre Mitbienen und schwärmt mit ihnen in die Welt hinaus, wo der Frühling Einzug hält.

Die Idee zu dieser Verbindung von Versen und Klängen aus dem 19. Jahrhundert mit der Technologie des 21. Jahrhunderts wurde schon vor etwa drei Jahren geboren, erzählt Mayerhofer, der heute in Berlin lebt. Die Hugo-Wolf-Akademie hatte den Wunsch, auch dem jungen Publikum etwas anzubieten und erteilte ihm den Auftrag. Über zwei Jahre erstreckte sich dann das Erarbeiten des Konzeptes und des Storyboards.

Biene als Maskottchen für den Umweltschutz

Die Produktion wurde dann in nur drei Monaten realisiert, und zwar als Koproduktion Mayerhofers mit Christian Müller, seinem ehemaligen Dozenten an der Filmakademie, und dessen Produktionsfirma. „Ich wollte das Ganze in gewisser Weise hoffnungsvoll machen“, sagt Moritz Mayerhofer. Deswegen vertreibt der Frühling am Ende den Winter, und die Bienen finden in der aufblühenden Natur zahlreiche Veilchen. Was er jedoch nicht zeigen wollte, war eine fröhliche Biene, die über liebliche Wiesen fliegt. „Das rauscht an einem vorbei und hinterlässt allenfalls ein glückliches Gefühl“, sagt er. Er möchte den Filmbetrachtern aber ein bisschen mehr mitgeben: Gedanken an das Artensterben zum Beispiel. „Mir ist Umweltschutz sehr wichtig“, unterstreicht er. Die Biene ist dabei vielleicht eine Art Maskottchen.

Ob diesem Film noch weitere folgen werden? Dazu ließe sich momentan noch nichts Konkretes sagen, so Moritz Mayerhofer. „Aber das Potenzial ist auf jeden Fall da. Und es gibt genug humorvolle Werke von Hugo Wolf, die man umsetzen kann.“

Übrigens: Am 10. Mai präsentiert die Internationale Hugo-Wolf-Akademie um 18 Uhr einen digitalen Liederabend auf ihrer Online-Liedbühne mit exklusiv für die Akademie aufgenommenen Liedbeiträgen international bekannter Künstler.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: