Chefdramaturg der Internationalen Bachakademie Henning Bey im Gespräch mit Hans-Christoph Rademann. Thema: Der Podcast barock@home. Foto: Holger Schneider

Die Internationale Bachakademie produziert Streams zur Barockmusik. Chefdramaturg Henning Bey spricht im Interview über den Podcast Barock@home.

Sie möchten sich mit Barock@home dieser Epoche ausdrücklich auf sehr persönlichem Weg annähern. Warum?

Konzeptioneller Ausgangspunkt für unseren Podcast ist die Corona-Krise, sozusagen eine Art „zeitlose Schnittmenge“ mit vergangenen Zeiten, denn im Barockzeitalter gab es zum Beispiel Krisensituationen wie die Pest oder den Dreißigjährigen Krieg, aber auch Zwänge finanzieller Art oder andere Gründe für eine nur eingeschränkt mögliche – oder bewusst gewählte – Form der Musikausübung. So wie derzeit ein Rückzug ins Private stattfindet, beschäftigt sich Barock@home mit der „privaten Seite“ von Barockmusik

Oft lässt man sich von der repräsentativen Pracht dieser Zeit beeindrucken. Warum lohnt es sich, das einmal außer Acht zu lassen?

Beschäftigt man sich mit klein besetzter Musik im intimen Rahmen, dann bietet sich den jeweiligen Komponisten viel mehr Raum zum individuellen künstlerischen Ausdruck. Es wird also persönlicher. Und genau das hat uns gereizt! Der Auftakt mit Händels „Messiah“ fällt da ein bisschen aus der Reihe, doch mit unserer Herangehensweise begeben wir uns ebenfalls direkt in Händels Komponierwerkstatt und werfen einen sehr persönlichen Blick über seine Schulter.

Bei den weiteren Folgen geht es dann um kreative Lösungen in Ausnahmesituationen: Heinrich Schütz’ „Kleine geist­liche Konzerte“ aus dem Dreißigjährigen Krieg, Claudio Monteverdis Madrigale als „Musiklabor“ und Bachs Choräle als Nukleus seines Schaffens.

Welche Künstler werden auftreten?

Im Zentrum stehen die hauseigenen Ensembles der Bachakademie, also Chor und Orchester der Gaechinger Cantorey, unter der Leitung unseres Akademieleiters. Dazu laden wir, je nach Bedarf, heraus­ragende Solisten ein, mit denen wir seit Langem in enger Partnerschaft verbunden sind.

Über welche Kanäle kann man sich die Podcasts herunterladen?

Es gibt Video- oder Audio-Streams auf unserer Homepage und auf unseren Social-Media-Kanälen. Außerdem kann man Barock@home auf weiteren Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts oder Google Podcasts finden

Info: Streams zu Heinrich Schütz’ „Kleine geistliche Konzerte“, zu Madrigalen von Claudio Monteverdi und zu Chorälen von Bach erscheinen am 8. August, 29. August und 19. September unter anderem auf der Homepage der Bachakademie.

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