Das Wetter konnte die Stimmung nicht trüben. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Der Regen konnte den Kleinen den Spaß nicht verderben. Beim interkulturellen Fest auf dem Stuttgarter Marktplatz gab es viele Spielanregungen für die Kinder. die Veranstaltung will aber auch ein Zeichen setzen für ein friedliches Miteinander der Kulturen.

Stuttgart - lina sucht Griechenland. Am Stand der Landeszentrale für politische Bildung ist die Neunjährige damit beschäftigt, eine große Europakarte zusammen zu puzzeln. Von einem Neugierigen gefragt, ob sie im Urlaub so braun geworden sei, kontert sie stolz: „Das ist meine Naturhaut!“ Geboren wurde sie in der Dominikanischen Republik. Fremd fühlt sie sich nicht. Schon gar nicht auf dem Interkulturellen Fest, das am Sonntag im Rahmen der Unicef-Kinderstadt Stuttgart auf dem Marktplatz stattfindet.

Nebenan verzieren Mitglieder der Vietnamesischen Gemeinschaft kunstvoll Gesichter. Am anderen Ende des Platzes laden Mädchen der Eritreischen Jugend dazu ein, mit einem Fußball auf eine Pyramide aus robusten Eimern zu schießen.

Fest soll neu aufleben

„Wir wollten das Kinderfest wieder aufleben lassen, dass wir bis 2010 jedes Jahr zum Türkischen Tag des Kindes organisiert hatten“, schildert Kerim Arpad, Geschäftsführer des Deutsch-Türkischen Forums die Beweggründe, die Veranstaltung mit der Kinderbeauftragten der Stadt, Maria Haller-Kindler ins Leben zu rufen. „Dieses Jahr war alles noch ein wenig spontan. Der Termin für 2017 steht bereits fest.“ Natürlich solle die Veranstaltung auch ein Zeichen setzen, so Arpad. Selbst in Stuttgart, das an ein gelungenes Beispiel für das friedliche Miteinander der Kulturen sei, habe man rund um die Landtagswahl feststellen müssen, wie schnell Ängste gegenüber den vermeintlich Fremden aufkommen könnten. Andererseits gibt es auch viel Engagement gegen Ressentiments. „Ich finde es sehr positiv, dass dieses Fest vorrangig von Ehrenamtlichen gestaltet wird“, sagt Rainer Mayerhoffer, Geschäftsführer des Stadtjugendrings.

Das fängt beim Nachwuchs an. Eifrig sammeln Angehörige des Kinderbeirats Spenden für Flüchtlingskinder. Lucy (10) ist eine von ihnen. „Ich habe in der Zeitung von der Kinderstadt erfahren und da ich schon länger Kindern helfen wollte, denen es nicht so gut geht, habe ich mich erkundigt, wie ich mitwirken kann.“ Auch das Wetter kann die Stimmung nicht trüben. Bürgermeisterin Isabel Fezer brachte die Stimmung auf den Punkt: „Es gibt hier keine deutschen und ausländischen Kinder. Es gibt hier nur Stuttgarter Kinder.“

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